KRITIK

Schwerkraft

Schwerkraft Im Januar hat der Film „Schwerkraft“ beim Max-­Ophüls­Festival vier Preise abgeräumt, und nach den ersten Minuten von Maximilian Erlenweins Langfilmdebüt wird schnell klar, warum.

Souveräner, kinobewusster und schauspielerisch konsequenter ziehen deutsche Filme selten vom Leder. Perfekt muss der Film deshalb aber noch lange nicht sein. Das Debüt von Maximilian Erlenwein will zu viel von allem, aber es imponiert durch die kompromisslose Lust am Erzählen, die der Regisseur perfekt zelebriert, und durch Fabian Hinrichs´ kongeniale Tour de Force in seiner Rolle als entfesselter Bankangestellter. Als sich ein verzweifelter Kreditnehmer direkt vor ihm am Schalter in den Kopf schießt, läuft das festgezurrte Leben Frederik Feinermanns aus dem Ruder.

Beim Rache-Einbruch in die Villa seines Chefs trifft er Ex-Kumpel Vince (Jürgen Vogel als eine Art Tyler Durden aus „Fight Club“), der ihn dazu bringt, die Fesseln seiner Yuppie-Existenz kriminell zu sprengen. Der Spaß an der Eigendynamik bringt Erlenweins Film all das, was Hans Weingartners verunglückte Schnöselbefreiung „Free Rainer“ vermissen ließ.



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INHALT

Frederik ist ein aufstrebender Bankangestellter, dessen Leben in scheinbar geordneten Bahnen verläuft. Als sich ein Bankkunde vor seinen Augen erschießt, brennt in ihm eine Sicherung durch. Zusammen mit einem alten Bekannten, dem Ex-Knacki Vince Holland, lebt Frederik seine dunkle Seite aus, die er seit Jahren mit aller Macht unterdrückt hat. Der anfängliche Spaß an der Grenzüberschreitung entwickelt sich zu einer Sucht nach Gewalt und Kriminalität.
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