KRITIK

Schwarze Schafe

Schwarze Schafe Es ist eher ein Trash-Sammelsurium als ein Spielfilm, was die beiden Berliner Kino-Kumpel Oliver Rhis und Oliver Kolb hier mit Minimal-Budget und in Streetcredibility-Schwarzweiß mit Farbtupfern fabriziert haben – aber nicht ohne anarchischen Witz, nicht ohne kruden Charme.

Im anekdotischen Nebeneinander erzählt der Film (durchweg gut besetzt mit den Berliner Theaterschauspielern Marc Hosemann und Jule Böwe sowie Robert Stadlober) von einem modernen Felix Krull und seinen amourösen Irrungen, die im Ruf nach dem Hackebeil enden.

Von drei Türken auf großmäuliger Brautschau, die drogenberauscht am Müggelsee stranden. Von einer frustrierten Touristenboot-Ansagerin und ihrem dauerbesoffenen Mann, die es mit der Münchner Schickeria zu tun bekommen. Von zwei jungen urbanen Bohème-Pennern und ihrer zweifelhaften Sinnsuche, die sich irgendwie in Hasch-Rauch auflöst. Von einem lustig-prolligen Satanisten-Duo und seinem stümperhaften Teufelsanbetungs-Ritual schließlich, bei dem die komatöse Oma des einen anal penetriert werden soll.

Also, geschmacklos und makaber ist „Schwarze Schafe“ bisweilen. Immerhin wird die Formel vom „Film für die ganze Familie“ ernst genommen.



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INHALT

Ein Haufen Berliner zwischen 20 und 45 versucht, sich über Wasser zu halten, trottet den üblichen Träumen von Liebe, Freiheit, Sex und Geld hinterher und zahlt dabei manchmal ordentlich drauf.

Da ist Charlotte, die als Spreedampfer-Guide tapfer ihr Brot verdient, bis ihr sturzbetrunkener Freund Peter die Passagiere anpöbelt. Und Boris, Ex-Handmodell für Armbanduhrenwerbung, der nach dem High-Society-Leben mit einer feschen Mode-Redakteurin giert und sich für eine kräftige Versicherungssumme sprichwörtlich die Hand abhacken lassen würde. Die gewaltig pubertierenden Ali, Birol und Halil suchen vergeblich ein Ventil für ihre sexuelle Energie im berüchtigten Kit-Kat-Club und auf einer Drogenparty im Berliner Umland. Fred und Arnold wiederum, zwei Satanisten, benötigen ein Opfer für die ultimative schwarze Messe und finden es ausgerechnet in Arnolds Oma, die im Koma liegt. Diese wohl provokativste Erzählstation gipfelt in einer gewagten Inzest-Szene auf dem improvisierten Opferaltar, die allerdings ein (aus satanischer Perspektive) ungewolltes Ergebnis zeitigt: Die Oma wird vom Enkel aus dem komatösen Dornröschenschlaf geweckt.
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