KRITIK

Schrotten!

Bild (c) 24Bilder Filmverleih.

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Die deutsche Kinokomödie: Üblicherweise ist das eine trübe Veranstaltung mit den immergleichen Situationen und Gestalten, mal taucht Schweighöfer auf, mal M´Barek, und wenn sie ausnahmsweise mal nicht auftauchen, dann tut der Film so, als würden sie es. Ganz selten weht mal ein erfrischend anderer Wind, dann geht es auch schräger zu. Für Helge Schneiders rare Leinwand-Abstecher von „Praxis Dr. Hasenbein“ (1997) über „Mühlheim – Texas“ (2015) bis „Helge hier und dort“ muss man also ebenso dankbar sein wie für die Low-Budget-Späße eines Axel Ranisch („Ich fühl mich Disco“, „Alki Alki“).

Auch Peter Thorwarths Krimikomödie „Bang Boom Bang“ war 1999 ein solch spezieller Fall, eine Solitär im deutschen Witzfilmwesen, noch heute kultisch verehrt. Und ein kleines bisschen erinnert „Schrotten!“ daran. Das liegt vor allem am Casting, das mit Lars Rudolph und Heiko Pinkowski zwei wunderbar quergestimmte Sidekicks in die Szenen hievte. Als auch an den Dialogen, die unerwartet rotzig tönen und auch erfreulich unbeschwert serviert werden.

Szene_Schrotten_2An der Story liegt es dagegen eher nicht, denn die folgt üblichen Fernsehfilmpfaden. Ein verkrachter Versicherungsfuzzi (Lucas Gregorowicz, „Hardcover“) kehrt, als sein Vater stirbt, nach Jahren wieder zurück auf den Schrottplatz seiner Familie, irgendwo in tiefster Provinz. Dort zofft er sich mit seinem jüngeren Bruder (Frederick Lau aus „Victoria“) und muss sich dann doch bald mit ihm und den anderen Schrottplatzgestalten zusammenraufen, um das Familienerbe gegen einen fiesen Konkurrenten zu verteidigen – mit einem Eisenbahnüberfall.

Das ist alles nicht neu, aber Regisseur Max Zähle (oscarnominiert für seinen Kurzfilm „Raju“) macht in seinem Spielfilmdebüt eine sehr nette Schnurre daraus, die sich vom Komödienelend abhebt, ohne freilich gleich unter Klassikerverdacht zu geraten. Immerhin: Auf dem Max-Ophüls-Festival gab es dafür den Publikumspreis. Mit Recht!

 

 

 

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