KRITIK

Schatzplanet, Der

Schatzplanet, Der Robert Louis Stevensons famoser Abenteuer-Roman „Die Schatzinsel“ ist so etwas wie die Bibel des Freibeuter-Genres. Wer seither von säbelrasselnden und rumberauschten Piraten, wilden Meutereien unter Totenkopfflagge oder fallenreichen Goldgräbereien auf entlegenen Tropen-Inseln erzählen will, der muss sich jedenfalls an diesem zeitlos spannenden Augenklappen-Klassiker messen lassen.
Stevensons Geschichte wurde bereits dutzendfach verfilmt, ungezählte Male nachgeahmt und noch öfter verwitzelt, was bekanntlich als Kompliment gilt. Und obschon die Hochzeit der Seeräuber im Kino ja eigentlich schon längst vorbei ist und gelegentliche Wiederbelebungsversuche zumeist scheitern – siehe Roman Polanskis „Piraten“ oder Renny Harlins „Die Piratenbraut“ – verspricht eine Neuauflage der „Schatzinsel“ doch nach wie vor großen Zuspruch, ähnlich jeder modernen Interpretation von Shakespeares „Hamlet“.

Weshalb allerdings die Disney-Regisseure Ron Clements und John Musker, die unter anderem für das nette Wunderlampen-Märchen „Aladdin“ und die sehr hübsche Meerjungfrauen-Romanze „Arielle“ verantwortlich zeichnen, die Rätselkarten-Jagd in ihrer animierten Variante ausgerechnet ins Weltall verlegt haben, das leuchtet nicht wirklich ein. Zwar muss der marktbewusste Mäuse-Konzern verständlicherweise zusehen, dass er im „Pokémon“-Zeitalter nicht den Anschluss an die Technik-Bedürfnisse der Jugend verliert, aber Galeonen mit Raketenantrieb, Cyborgs in der Kombüse und Aliens im Ausguck wirken schlicht lächerlich. Es spricht eher für die Qualität der Vorlage als für die Machart dieser animierten Adaption, dass „Der Schatzplanet“ dennoch ein halbwegs annehmbarer Weihnachts-Disney geworden ist. Immerhin sind Grundzüge der Stevenson-Story trotz zahlreicher „Star Wars-“ und „Alien“-Anleihen erkennbar geblieben.
Wie so oft bei Disney sollen die Sidekicks als Sympathieträger bei Laune halten. Doch ein Schleimwesen namens „Morph“, das seine Form nach Belieben ändern kann, sowie der Roboter B.E.N, der den Festplatten-Verstand verloren hat, können dem galaktisch kühlen Abenteuer letztlich keinen Charme verleihen.



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INHALT

Die größten Schätze von tausend Welten, die spannendsten Abenteuer der Galaxie, die kühnsten Weltraumpiraten aller Zeiten... Seit seiner Kindheit träumt der junge Jim Hawkins von der Suche nach dem sagenumwobenen Planeten, auf dem der Pirat Flint einen geheimnisumwitterten Schatz versteckt haben soll. Als Jim durch Zufall in den Besitz einer Schatzkarte gelangt beginnt das größte Abenteuer seines Lebens. Jim ist sicher, irgendwo am Ende des Universums liegt er: Der Schatzplanet. Zusammen mit dem Astronom Dr. Doppler bricht er deshalb auf, in die Weiten des Universums. Auf der Weltraumgaleone "Legacy" schließt er schnell Freundschaft mit dem Schiffskoch John Silver, einem Cyborg, der halb Mensch, halb Maschine ist und auch mit Morph, einem hyperaktiven Formwandler hat er jede Menge Spaß... Doch dann übernimmt Silver das Kommando auf der "Legacy" – er will den Schatz für sich alleine. Ein Glück, dass Jim auf B.E.N., den liebenswerten, leicht durchgeknallten Androiden trifft. Der hat zwar nicht alle Chips auf der Festplatte, hilft dem jungen Abenteurer jedoch ein gewaltiges Stück weiter. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...
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