KRITIK

Schachspielerin, Die

Schachspielerin, Die Vor ein paar Jahren war sie die „Frau des Leuchtturmwärters“, wenig später die Elsa in „Kann das Liebe sein“, jetzt spielt Sandrine Bonnaire, immer noch die Lieblingsaktrice des französischen Autorenkinos, erneut eine Frau am Meer: In „Die Schachspielerin“ macht sie auf Korsika eine verblüffende Entwicklung durch.

Als Zimmermädchen in einem gehobenen Hotel, nebenbei Putzfrau eines sonderlichen Professors (Kevin Kline), Mutter einer Halbwüchsigen und Ehefrau eines simpel gestrickten Werftarbeiters lebt sie ihren stressigen Alltag, bis sie plötzlich „Flashdance“-Sirene Jennifer Beals samt Freund beim leidenschaftlichen Schachspiel auf einem Hotelbalkon beobachtet. Der Funke springt über. Fortan ist Hélène, so ihr Name, annähernd besessen vom Spiel mit Dame, König und Bauer – der Brettsport wird zum Katalysator ihrer Emanzipation. Ihr Mann versteht das nicht, der einsame Professor dafür umso mehr: Er wird zum Mentor der aufblühenden Reinigungskraft, die am Ende gar beim Turnier reüssiert und gegen Missgunst, Klatsch und starre Lebensverläufe anspielt.

Regisseurin Caroline Bottaro hat dieses feministische Wohlfühlmärchen, das auf der gleichnamigen Romanvorlage Bertina Henrichs´ basiert, ganz entspannt inszeniert; die Szenerie wurde nach Korsika verlegt und es wäre nur eines von vielen durchschnittlichen französischen Feel-Good-Filmchen, wenn die Bonnaire nicht – mal wieder – gegen die vielen Klischees des Drehbuches anspielen würde und dabei so viel herben Charme und sehenswerte Präsenz mitgebracht hätte. Doch Vorsicht: Die herzige Putzfrauenerweckung ist eher was für Korsikafans als für Schachexperten.



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INHALT

Hélène ist Zimmermädchen im Hotel und Putzfrau beim kauzigen Dr. Kröger und hat sich mit ihrem Leben arrangiert. Alles ändert sich, als sie beim Bettenmachen ein Pärchen auf dem Balkon beobachtet, das beim Schachspielen Zärtlichkeiten austauscht. Ihr Ehrgeiz erwacht und sie beschließt, das Königsspiel zu lernen. Nachts übt sie allein am Schachcomputer. Als Kröger ihr aus einer Laune heraus das Spielen beibringen will, ist er beeindruckt, wie gut sie ist.
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