KRITIK

Saw 3

Saw 3 Wieder wird gemetzelt: Man kann nur hoffen, dass die Reihe der ultrabrutalen „Saw“-Splatterfilme endlich ihr Ende findet, denn an Zynismus und Sadismus ist diese gewaltpornografische Nummernrevue sowieso nicht mehr zu überbieten.

Auch diesmal schickt Schurke Jigsaw, mittlerweile todkrank und bettlägerig, einen frustrierten Mann, der „das Leben nicht genügend schätzt“, durch diverse Torturen, wieder werden ausgefallene Mord-Arten en detail vorgeführt, erneut unter bedenkenloser Aus-Schlachtung der Foltergefängnis-Ikonografie von Abu Ghureib.

Weil die Macher um Regisseur Darren Lynn Bousman so begeistert sind von ihrer Terror-Trilogie, in der jede Geste von schnarrenden Sound-Effekten verstärkt wird, quälen sie die Betrachter zu allem Übel noch mit ellenlangen psychologisierenden Monologen und Rückblenden quer durch die bisherigen Teile, vergessen dabei aber vor lauter Blut und geschreddertem Schwein das Wichtigste am Horrorfilm: Er sollte schon spannend sein. „Saw III“ ist in seiner abstumpfenden Gewaltgeilheit dagegen zutiefst belanglos.



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INHALT

Mehrere Personen werden an einem schmutzigen, einem Verlies ähnlichen Ort festgehalten und erhalten die Spielregeln per Videomonitor oder Diktiergerät, beginnend mit dem Spruch: „I want to play a game“. Trotz der Ankündigung, jeder Mitspieler habe die Wahl zwischen Tod und rücksichtsloser Überlebenstaktik, hat bisher nur die Drogensüchtige Amanda die für sie erdachten Torturen überstehen können. Von ihrer Sucht geheilt, nun allerdings vom Oberspielleiter Jigsaw abhängig, begegnet man Amanda in „Saw 3“ wieder, als Handlangerin und Pflegerin ihres tumorkranken Herrn.

Zu den unfreiwilligen Mitspielern auf der Kinoleinwand gehört diesmal ein Mann namens Jeff, dessen achtjähriger Sohn bei einem Verkehrsunfall starb. Jeff wird ins Machtzentrum des Verbrechers entführt – offenbar eine unaufgeräumte Fabrik-Etage mit vielen Zimmern und Fluren – und er wird dort mit Menschen konfrontiert, die direkt oder indirekt mit dem Tod seines Kindes in Verbindung stehen: Der Unglücksfahrer selbst, der Unfallflucht beging, der Richter, der ein mildes Urteil fällte und die Zeugin, die eine falsche Aussage machte – alle drei sind in Mord-Apparaturen eingespannt, deren tödlichen Mechanismus nur Jeff anzuhalten vermag. Damit wird das ursprüngliche „Saw“-Handlungsmuster umgekehrt: Verzeihen statt Töten, um das Leben des anderen statt ums eigene Leben kämpfen. Allerdings scheitert jeder Rettungsversuch. Zeitgleich ringt Jeffs ebenfalls gekidnappte Ehefrau Lynn, Chirurgin von Beruf, um das Leben des todkranken Jigsaw, der von ihr eine Hirnoperation mit handelsüblichem Schlagbohrer verlangt. Auch Lynn muss sich fügen, weil ihr Jigsaws Assistentin Amanda eine Halskrause mit Projektilen angelegt hat, die Lynns Kopf zu zermalmen drohen.
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Eure Kritiken zu Saw 3

  1. TTT

    Schade, daß Mehrfilm Saw nicht gefällt. Warum eigentlich? Andere Filme mit mindestens ebenso stumpfsinniger und unsinnger Gewalt schneiden hier wesentlich besser ab. Dabei hat Saw den Vorteil, daß es immer spannend ist und man als Zuseher immer wieder mit hinters Licht geführt wird. Ich mag die drei Tele jedenfalls und freue mich auf den vierten!

  2. TTT

    Übrigens sollte man nicht übersehen, daß die „Rückblenden“ keinesfalls einfach Wiederholungen aus vergangenen Filmen darstellen, sondern nur zeitlich in diesen Filmen angesiedelt sind.

    Sie erweitern und verändern die Kenntnisse des Zuschauers über die Geschehnisse in der Vergangenheit und sorgen immer mal wieder für kleine Überraschungen, wenn man sich in der Trilogie auskennt.

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