KRITIK

Sass

Sass Irgendwo zwischen „Rififi“ (1955) und „Es war einmal in Amerika“ (1984) möchte sich dieser hochkarätig besetzte deutsche Film bewegen, ohne jedoch an diese Filme heranzureichen. Dabei hat der Film des Regisseurs Carlo Rola, der Fernsehfilme wie Rosa Roth gedreht hat, vor allem in der Ausstattung und der Farbgebung – z.B. dominierendes Braun-Grau im Arbeitermilieu und bei der Polizei (!), aber eher Rot-Weiß in der Lebewelt- einen ordentlichen Standard. Die Familie Sass kann sich gut verkaufen, obwohl man Ben Becker die proletarische Herkunft weniger abnimmt als Jürgen Vogel. Auch die Bebilderung des Milieus mit ihren Lokalitäten wie Kneipe, Boxverein, Autowerkstatt etc., wie auch der schillernden Welt der 20er Jahre (in Berlin und Venedig) ist akzeptabel. Warum die Brüder aber so populär werden, bleibt ebenso offen, wie die Beziehung zu den Frauen blass bleibt. Hier liegt auch ein dramatischer Fehler: Wie soll der Kommissar, der den Rückblick auf das Gaunerleben gibt, von den Intimitäten wissen? Der Zuschauer bleibt bezüglich der Perspektive im Regen stehen, in dem die Protagonisten enden. Zudem fehlt bei aller Komplexität, die durch Nebenfiguren hineingebracht wird, sei es dem jüdischen Bankier und den Nazis, seien es die Liebschaften oder die Eltern, eine vertiefende Ausarbeitung der Charaktere und ihrer Beziehungen zueinander, sogar in Bezug auf die beiden Brüder. Immerhin ein akzeptabler Versuch zwischen Gaunerfilm und Melodram, der den Zuschauer, wie auch Franz Freundin in (guter) Hoffnung auf Kommendes zurück lässt. Rainer Bach



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INHALT

Der Film beginnt dort, wo Kriminalität nicht selten endet: vor Gericht. Auch die beiden Tresorknacker Franz und Erich Sass hat es erwischt, nach jahrelanger Verfolgung durch Kommissar Fabich. Dabei hatten die beiden Brüder im Berlin der zwanziger Jahre für ihre erfolgreichen Einbrüche fast Volksheldenstatus erlangt. In einer langen Rückblende wird ihr Weg aus dem kleinkriminellen Milieu in Berlin-Moabit in die glitzernde Lebeweltgesellschaft geschildert. Das ärmliche Zuhause der Arbeiterfamilie und die Einnahmen aus der Autoreparaturwerkstatt könnten den Lebensweg der Brüder vorzeichnen, wären da nicht die offenen Steuerschulden, die den clevereren Bruder Franz auf die Idee bringen, die Finanzbehörde um das Geld zu erleichtern, das sie eintreibt. Er überredet seinen jüngeren Bruder, der zwar ein einfacheres Gemüt, aber dafür technisches Geschick und Wissen hat. Zwar scheitert der erste "Bruch", aber mit ihrer Schneidbrennertechnik gelingt ihnen im Folgenden noch so mancher Coup. Plötzlich können sie mit Statussymbolen (Mercedes und Schuhen!) in Moabit prahlen. Wäre da nicht die Immertreu-Bande, die den Kiez kontrolliert. Sie verlangt nun ihren Anteil. Mit Hilfe von Erichs Freundin Gertrude wird die Bande in eine Falle gelockt. Doch das ist noch nicht alles...
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Eure Kritiken zu Sass

  1. Sneaker

    Besser als erwartet… war dieser deutsche Film. habe ihn in der Sneak-Preview gesehen und war zuerst entsetzt dann aber positiv überrascht. Jürgen Vogel und Ben Becker sind klasse als Brüderpaar… mehr davon!

  2. Kalle

    Deutscher Gaunerfilm…gähn!!!!

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