KRITIK

Salami Aleikum

Salami Aleikum Wo die andere deutsche Culture-Clash-Komödie dieser Woche – „Maria, ihm schmeckts nicht!“ – bloß Deutschland auf Italien treffen lässt, gibt es in „Salami Aleikum“ einen doppelten Kulturschock: Ost trifft West, Okzident trifft Orient. Das beschert unverhofft viel Spaß, weil Regisseur Ali Samadi Ahadi einen Stilmix zur Anwendung bringt, der den Bogen von Animation über Klamauk und Provinzstudie bis hin zum Bollywoodmusical spannt und trotzdem nicht nervt.

Ahadi, der für „Lost Children“ den Deutschen Filmpreis erhielt, lässt den schmächtigen Kölner Exil-Iraner Mohsen (Navid Akhavan) nach einer Autopanne im fiktiven brandenburgischen Oberniederweide stranden. Weil sich der tierliebe Metzgerslehrling in Polen eine Herde Schafe andrehen ließ (eins der Lämmer heißt Wojtila), hält man ihn im Dorf für den Sproß einer solventen Teppichhändlersippe. Wirt Bergheim (köstlich: Wolfgang Stumph) hofft nun, die alte VEB-Textilfabrik wieder in Schuss zu kriegen, während sich Mohsen in dessen zwei Meter große Tochter verliebt: Die Ex-Kugelstoßerin ist in der DDR mit Hormonen überversorgt worden.

Ahadi gelingt das Kunststück, die absurde Provinzfabel ebenso liebevoll wie respektlos zu erzählen, mit Seitenhieben in alle Richtungen. Trotz einiger Kalauer: eine schöne Überraschung. Sehenswert.



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INHALT

Mohsen hat es nicht leicht. Der schmächtige Deutsch-Iraner ist bereits Ende 20 und lebt immer noch bei seinen Eltern. Beim Versuch die elterliche Metzgerei zu retten, havariert er ausgerechnet in der tiefsten ostdeutschen Provinz. Dort gibt man Ausländern in der Dorfkneipe nichts zu essen, aber Mohsen begegnet Ana, der Frau seines Lebens: groß, stark, blond. Ein kleines bisschen muss Mohsen schwindeln: Um der Vegetarierin Ana zu gefallen, gibt er sich als Textilhändler aus. Und schon dreht sich die Stimmung, ganz Oberniederwalde wittert den fetten Coup. Die reichen Perser sollen die stillgelegte VEB-Hemdenfabrik kaufen und zu neuem Aufschwung führen!
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