KRITIK

Sahara

Sahara
In jedem klassisch gestrickten Abenteuerfilm gibt es diese kathartische Ali-Baba-Szene, in der die strapazierten Schatzsucher endlich strahlenden Auges am Ziel ihrer Wünsche anlangen und ihr Objekt der Begierde in Händen halten: Das Gold! Den heiligen Gral! Die schöne Frau!

Auch in Breck Eisner Debüt „Sahara“ öffnet sich den Helden einmal eine Höhle, in der es nur so blitzt und funkelt. Doch statt von Edelsteinpracht oder Münzenbergen werden sie geblendet von Metallfässern voll Chemieabfall, der halb Afrika zu verseuchen droht.

Es ist eine der originellsten und sarkastischsten Momente in diesem Husarenstück, das nach Clive Cusslers 700-seitiger, exotisch-romantischer Groschenromanvorlage „Operation Sahara“ entstanden ist und glücklicherweise recht rigide zusammengestrichen wurde. Matthew McConaughey, vor dessen schauspielerischem Talent man weiterhin nicht in die Knie gehen muss, spielt den „Indiana Jones“-Draufgänger Dirk Pitt, einen Unterwasserforscher, der nach einem sagenhaften Kanonenboot aus dem amerikanischen Sezessionskrieg fahndet, über Umwege jedoch im Niger-Delta landet und mit seinem Spaßvogel-Kompagnon Al (Steve Zahn) auf die Machenschaften eines afrikanischen Despoten und eines französischen Industriellen stößt.

Denen ist auch die schöne Ärztin Eva (Penélope Cruz) auf der Spur, die ein ums andere Mal von Hallodri-Dirk aus der Bredouille geboxt werden muss – wobei im heißen Wüstensand ganz schön die Funken zwischen den beiden sprühen, besonders, als er fragt, wie oft er noch ihren „süßen Arsch retten soll“?

Es ist sicherlich kein hochklassiger, schon gar kein politisch motivierter Film, auch wenn zwischendrin mal die Untätigkeit der amerikanischen Regierung bekrittelt wird oder die Skrupellosigkeit der afrikanischen Warlords als Krimimotiv herhält. Doch ähnlich wie Jon Turteltaub mit seiner Action-Abenteuer-Groteske „Das Vermächtnis der Tempelritter“ belebt auch Breck Eisner das Schatzjäger-Genre durchaus espritvoll und mit Mut zum zur haarsträubenden Drehbuch-Volte.

Man sollte beispielsweise nicht nachfragen, wie ein Schiff aus dem Bürgerkrieg in die Sahara gelangt. Das muss man staunend hinnehmen.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Während Abenteurer Dirk Pitt mit seinem Buddy Al im Auftrag der National Underwater Marine Agency in Mali auf der Suche nach einem im 19. Jahrhundert gestrandeten U-Boot ist, rettet er einer schönen Ärztin der Weltgesundheitsbehörde das Leben, die nach den Ursachen einer Seuche forscht. Gemeinsam nehmen sie es in den Bürgerkriegswirren mit dem Anführer der Milizen und einem französischen Industriellen auf.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Sahara

  1. Udo

    Hallo zusammen! Ich habe mir durch Zufall diesen unterhaltsamen Film mal angesehen. Beinahe hätte ich ihn verpasst. In der Werbung wird er ja sehr stiefmütterlich behandelt. Hmm. Auf jeden Fall stimmt hier zwischen allen Beteiligten die Chemie. Das ist bekanntlich unabkömmlich in dem Genre. Auch wenn die Logik etwas zu wünschen übrig läßt (muss sie in einem Abtenteuer-Film überhaupt stimmen?) ist der Film absolut unterhaltsam. Gute Ablenkung, sollte man genießen!

  2. Nathalie

    Ein Riesenspaß! Nicht verpassen. Ein tolles Männergespann…. 😉

  3. Felix

    Zwei durchgeknallte Freunde und eine schöne Frau. Das kennt man doch schon von vielen anderen Filmen. Bud Spencer und Terence Hill, „Die 2“, etc…Hier spielt einer den Indiana Jones und der andere ist der doofe. Nett anzuschauen aber nicht wirklich neu!

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*