KRITIK

Rubbeldiekatz

Plakat zum Film RubbeldiekatzZuletzt hatte sich Detlev Buck etwas vom Komödienwesen verabschiedet. Sein grandioser Kiezkrimi „Knallhart“ aus dem Jahr 2006 und die Fernost-Lovestory „Same Same But Different“ vier Jahre später bewiesen, dass der Mann, der seit den 90er Jahren Garant war für angenehm versponnenen Kinoklamauk, auch anders konnte. Für seine Rückkehr ins Lachfach hängt er sich nun unseligerweise an den grassierenden Schweiger/Schweighöfer-Mainstream an: Letzterer spielt die Hauptrolle, das Drehbuch schrieb Buck zusammen mit Schweiger-Spezi Anika Decker. Das Ergebnis schwankt zwischen routinierten Kein­ohrhasen-Gags (nennen wir´s: familienfreundliche Schlüpfrigkeiten), Satire und Plagiat.

Letzteres bezieht sich auf Sydney Pollacks Film „Tootsie“, der hier das Grundgerüst vorgibt. Verkrachter Schauspieler (damals Dustin Hoffman, heute Schweighöfer) ergattert eine Rolle beim Film, als er sich mehr oder weniger glaubwürdig als Frau verkleidet.

Szene aus dem Film Rubbeldiekatz

(c) Universal Pictures

Fortan ist dieser Alexander als Alexandra dazu verdonnert, diese transvestitische Nummer durchzuhalten, vor allem auch, weil er sich in seine Spielpartnerin verliebt (damals Jessica Lange, heute Alexandra Maria Lara, weniger penetrant großäugig als sonst). Das Gekabbel um geschlechtliche Verwirrungen buchstabiert „Tootsie“ bis in Details nach, bringt aber nichts Neues dazu. Immerhin manövriert Schweighöfer glaubhaft um alle Peinlichkeitsklippen herum.

Interessanter ist der Film in den satirischen Teilen, denn der Film, der da in Detlef Bucks Komödie gedreht wird, ist eine Hollywood-Produktion in Babelsberg, ein aufgeplustertes Nazidrama, in dem Alexandra eine BDM- Führerin spielt. Diverse renommierte Theatermimen chargieren lustvoll durch die Gegend: Joachim Meyerhoff als tarantinoesker Regisseur, Milan Peschel als tuckiger Ankleider. Hier (und in den Szenen mit Alexanders chaotischer Bruderbande) findet der Film passagenweise zu bewährt-liebenswerter Buckscher Anarchie; aber auch nur phasenweise, der Rest ist angestrengte Routine.

  



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Mit der Karriere des Theaterschauspielers Alexander (Matthias Schweighöfer) steht es nicht gerade zum Besten. Mehr schlecht als recht schlägt er sich mit kleinen Jobs durch. Doch dann erhält er plötzlich ein Angebot zu einem Casting für einen großen Hollywoodfilm - Alexander ist begeistert. Die Begeisterung hält allerdings nicht lange vor, denn offenbar wurde er statt Alexander als Alexandra in die Liste aufgenommen und die Rolle ist demnach auch die einer Frau! Doch Alexander überlegt nicht lange, greift zu Rasierapparat und Make-Up und verwandelt sich kurzerhand in Alexandra. Und tatsächlich geht beim Casting alles glatt, niemand erkennt, dass Alexandra eigentlich ein Mann ist und Alexander bekommt den Part. Die Schwierigkeiten lassen jedoch nicht lange auf sich warten. Nicht nur verliebt sich Alexander in seine Schauspiel-Partnerin Sarah (Alexandra Maria Lara), er muss sich auch noch der Avancen des männlichen Hauptdarstellers Jörg (Max Giermann) erwehren. Als sich auch noch Alexanders Brüder (Detlev Buck und Maximilian Brückner) fragen, warum Alexander sich neuerdings schminkt, ist das Chaos perfekt.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Rubbeldiekatz

  1. Snooge

    Samstag Abend und nix zu tun? Vor allem aber keine Lust zu denken? Dann ins Kino und den Menschenmassen hinterher: Rubbeldiekatz hatte Schmunzler während des gesamten Films und ein sehr absehbares Ende – also nix Neues. Und dafür 113 Minuten stillsitzen? Ne, muss wirklich nicht sein – 90 hätten auch gereicht und zwar auf der Couch. 😉

  2. Pingback: Kritik, Rezension, Filmkritik, Review, Film, Spielfilm, Komödie, Russendisko, Oliver Ziegenbalg, Matthias Schweighöfer, Friedrich Mücke, Christian Friedel, Peri Baumeister, Wladimir Kaminer, Roman, Romanverfilmung, Deutschland, 2012, ab 0 Jahren, Black

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*