KRITIK

Roter Drache

Roter Drache Nun ist sie also komplett – Die Trilogie des Terrors. Roter Drache erzählt wie alles begann. Nur was kann man über den distinguierten Human-Gourmet Dr. Hannibal Lecter, Titelfigur und Ikone aller Kannibalen-Filme und herausragend bereits zum dritten Mal von Anthony Hopkins verkörpert, neues erzählen?
War es doch vor allem die suspensegeladene Psycho-Beziehung zwischen der Intelligenz Bestie und der von Kindheits-Traumata geplagten FBI-Agentin Clarice Starling (wunderbar verletzlich damals: Jodie Forster), die den Erfolg des ersten Teils der Terror-Trilogie ausmachte und ihn dadurch vom Slasher-Film in den Mainstream hob.
Der Film „Das Schweigen der Lämmer“ wurde 1991 zum großen Erfolg und der kultivierte Kannibale Dr. Lecter erreichte Kultstatus. Keine leichte Aufgabe für die nächsten Filmemacher, mit weiteren Romanverfilmungen aus der Feder von Thomas Harris ähnliches zu vollbringen. Erst 1999 scheiterte Vorzeigefilmemacher Ridley Scott kläglich. Als er mit seinem „Hannibal“ auf der Berlinale „das Ende des Schweigens“ verkündete, wurde der Serienmörder als Held der Popkultur endgültig in die ewigen Jagdgründe geschickt.

Jungregisseur Brett Ratner („The Family Man“, „Rush Hour 2“) hat es hier etwas einfacher. Sein Hannibal ist auf dem Blatt nur Randfigur.
Ratner ist vielmehr an der Figur des jungen FBI-Agenten Will Graham interessiert, der sehr eindrucksvoll von Edward Norton verkörpert wird. Nicht zuletzt durch diese Gewichtsverlagerung und die guten Leistungen seiner Schauspielerriege gelingt ihm ein solider Thriller ohne große Schockeffekte. Christian Gertz



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INHALT

Mörder wie Dr. Hannibal Lecter haben immer ihre Bewunderer, die sich an jedem Detail ihrer brutal inszenierten Verbrechen ergötzen. Allein die Existenz von Hannibal erregt sie, und aus der Tatsache, dass er die „Schwachen“ unter uns in Angst und Schrecken versetzt, schöpfen sie ihre Lebenskraft. Für diese Psychopathen ist Lecter ein überlegenes Wesen, ohne ihn hätte ihr armseliges Dasein keinen Sinn. Sie selbst haben ein völlig verzerrtes Selbstbild und glauben, dass nur Lecter ihre wahre Persönlichkeit erkennt und ihre daraus resultierenden Handlungen akzeptiert.
Gerade jetzt weiß Lecter die ihm entgegengebrachte Bewunderung und Unterwürfigkeit zu schätzen. Denn seit er ins Baltimore State Hospital für geistesgestörte Kriminelle eingewiesen wurde, gab es für ihn nur wenig Abwechslung.
Einen Fan-Club hat auch Will Graham, ohne dass ihm daran gelegen wäre. Der renommierte FBI-Agent hat mehrere Mörder zur Strecke gebracht und wird seitdem von der Presse als Held gefeiert. Besondere Berühmtheit erlangte er durch die Gefangennahme von Dr. Hannibal Lecter.
Dennoch ist Graham verunsichert. Er besitzt die unheimliche Fähigkeit, sich in die Gedankenwelt eines Serienmörders zu versetzen, und das erschreckt nicht nur andere, sondern vor allem ihn selbst. Seit seiner Begegnung mit Lecter, die fast tödlich endete, haben sich seine Selbstzweifel verstärkt, und nur seine physischen Wunden sind inzwischen verheilt. Graham hat seinen Job beim FBI hinter sich gelassen und ist mit seiner Familie nach Marathon, einem kleinen Städtchen in Florida, gezogen. Aber der Fall Hannibal Lecter lässt ihn nicht los. Der jüngste Fan des charismatischen Menschenfressers ist ein bestialischer Schlächter, der bei Vollmond zuschlägt. Seine Opfer sind schlafende Familien.
Er wird wieder zuschlagen, darüber ist sich Grahams ehemaliger Vorgesetzter Jack Crawford im Klaren. Leider verfügt er über keinen zweiten Agenten, der die Fähigkeit hat, sich in die Psyche eines Mörders hineinzuversetzen. Graham ist wieder im Spiel und macht sich sofort auf den Weg zu den Tatorten in Atlanta und Birmingham. Die Bilder des Grauens lassen ihn nicht mehr los.
Graham will diesen Killer, den man „The Tooth Fairy“ nennt, unbedingt fassen. Doch dafür braucht er den Zugang zur Psyche eines ähnlich genialen und gestörten Geistes. Es gibt nur eine Lösung: Dr. Hannibal Lecter...
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Eure Kritiken zu Roter Drache

  1. Toby

    GenialDie Schauspieler erste Sahne, die Stimmung perfekt, ok, etwas wenig Splatter aber hat das nicht in Hannibal so gestört? Reingehen in den Film, lohnt sich!

  2. Manni

    MäßigEin mittelmäßiger Film, Schauspieler ok, ansonsten nix neues….

  3. Lars

    BeeindruckendDie Schauspieler sind klasse, die Geschichte funktioniert so sehr gut, so gesehen ein super Thriller.

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