KRITIK

Rote Zora, Die

Rote Zora, Die Nein, den ruppigen Charme der jugoslawischen Fernsehserie aus den späten Siebzigern erreicht diese Neuverfilmung des Jugendbuchklassikers „Roten Zora“ nicht.

Dazu ist der Film von „Stubbe“-Regisseur Peter Kahane zu betulich geraten, voll sonnendurchfluteter Bilder mit Fischerbooten und dekorativ verfallenden Steinhäusern, ein Werbeprospekt fürs Urlauben an der kroatischen Adria-Küste, auch wenn in Montenegro gedreht wurde. Der Film beginnt betrübt und lässt den jungen Branko (Jakob Knoblauch) nach dem verlorenen Vater suchen.

Stattdessen landet er in der streunenden Waisenkinderbande der rothaarigen Proto-Emanze Zora (Linn Reusse), die zwar Titel-, nicht aber Hauptfigur des Kinderabenteuers ist. Man hilft dem Fischer Gorian (Mario Adorf), bekämpft den polternden Kaufmann Karaman (Knallcharge: Ben Becker), flieht vor tumben Schutzmännern und verliebt sich auch noch.

Der balkanische Stimmungsmix aus Schwermut und Überschwang wirkt hier nicht sonderlich ausgereift, das verhindern schon die nicht allzu guten Jungmimen. Schauwerte und Abenteuerquote stimmen dagegen – samt Krakenattacke. Was das Bandenwesen im deutschen Jugendfilm angeht, steht die neue „Zora“ also immer noch weit über den längst ins schrecklich Bierernste entglittenen „Wilden Kerlen“.



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INHALT

Die rote Zora ist Anführerin einer Bande minderjähriger Waisenkinder an der kroatischen Küste in den 1930er-Jahren. Als sie den Halbwaisen Branko beim Stehlen auf dem Wochenmarkt erwischt, kann sie nicht verhindern, dass er von der Polizei geschnappt wird. Sie folgt ihm auf die Polizeiwache und schafft es, Branko aus seiner Zelle zu befreien. Daraufhin wird er den übrigen Mitgliedern der `Uskoken` vorgestellt, was nicht bei allen auf Zustimmung stößt. Als das Versteck der Bande nach einem Überfall auf die Gymnasiasten entdeckt wird, bedarf es der ganzen Gruppe, um eine Inhaftierung zu entgehen. Nach der Jugendbuchvorlage von Kurt Held.
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