KRITIK

Rollerball

Rollerball 1975, die Blütezeit des kalten Krieges. Ein hervorragender Science-Fiction Film kommt in die Kinos, er heißt Rollerball und erzählt die Vision von einer gewaltfreien Gesellschaft. James Caan verkörpert den Teamleader Jonathan E., der mittels einer multi-kulti Truppe und durch seinen Sport Rollerball die Konflikte beilegen möchte, die in früheren Zeiten mit Waffen und Artillerie ausgetragen wurden.
18 Jahre später. 2002 ist der kalte Krieg ein Relikt aus der Vergangenheit. Die Medien bestimmen das Zeitgeschehen, sie können Politiker zu Fall bringen, Helden aus dem Boden stampfen und sie sorgen für das nötige Wohlbefinden im Volke. Regisseur John McTiernan, der schon einmal einen harmlosen Norman Jewison Film („Thomas Crown ist nicht zu fassen“) in die Jetztzeit verlegte, nimmt sich Jewisons Vision einer gewaltfreien Gesellschaft an und baut das Grundgerüst des Sujets vor einem medienkritischen Hintergrund neu auf. Zentrale Figur ist ein amerikanischer Jungspund (Chris Klein als eine Art Keanu Reeves Lightversion), der in einem multi-kulti Team eines korrupten russischen Politikers (Jean Reno) sowohl sportlichen als auch finanziellen Erfolg sucht.
Den Vergleich gegen das Original verlieren hier sowohl Hauptdarsteller Klein als auch Regisseur McTiernan – sonst als stilsicherer Actionspezialist („Stirb langsam“) bekannt – haushoch. Die Adaption ist ein schlecht zusammengestückelter Actionstreifen übelster Machart. Zahlreiche Erzählstränge werden aufgebaut und verlaufen dann im Nichts, eine vernünftige Charakterzeichnung ist so gut wie nicht vorhanden und für die Optik muss eine pseudo-innovative Nachtbildkamera mit grobkörnigen Grünbildern herhalten oder ein paar halbnackte Ex-Models durchs Bild laufen. Der Rest, vom logischen Aufbau eines Plots bis hin zum Bildrhythmus durch einen vernünftigen Schnitt, wird dem enttäuschten Kinobesucher ebenso vorenthalten wie ein Funke Spannung durch eine verständliche Geschichte. Das schlimmste aber ist, dass der Film eine Spaß-Gesellschaft propagiert, in der Gewalt und Leichtsinn eine erfolgsversprechende Mischung bilden. Ein Mega-Flop! Christian Gertz



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Ein Blick in die Zukunft, und die Zukunft ist grausam: ROLLERBALL. Das ist mehr als ein Sport, es ist ein riesiges Spektakel und ein noch größeres Geschäft – brutal, schnell und beliebt. Überall auf der Welt füllen sich gigantische Arenen mit Fans, die den modernen Gladiatoren bei ihren gefährlichen Wettkämpfen huldigen. Unter ihnen sind die Spieler Jonathan Cross, Marcus Ridley und die aufreizende Aurora, die auf Rollerskates und Motorrädern alles riskieren, um ihre Gegner aus dem Feld zu schlagen.
Doch die wahre Gefahr lauert am Rande der Spielbahn. Teambesitzer Petrovich setzt skrupellos das Leben seiner Stars aufs Spiel, um die Einschaltquoten in die Höhe zu treiben ...
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Rollerball

  1. Udo

    Ein unfertiger FilmOh Gott, da habe ich doch tatsächlich einen nicht fertigen Film gesehen. Das muss wohl die Rohfassung des Filmes sein. Wer hier die Freigabe für den Markt erteilt hat, gehört gefeuert.

  2. James Dean

    Original war schon schlecht…Da konnte man vom Remake ja auch nicht mehr erwarten.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*