KRITIK

Roller Girl

Filmplakat Roller GirlVor fast 30 Jahren war sie die kleine Gertie, die sich in das außerirdische Wesen E.T. verliebte. Vor über 10 Jahren steckte sie ihr ganzes Geld in eine Neuverfilmung und brachte die „Drei Engel für Charlie“ zurück auf die Leinwand. Zwei weitere Teile folgten. Dabei verliebte sie sich in einen Sport, den sie sich bei den Original-Engeln aus den 80ern abgeschaut hatte: Rollerskating. 2009 nahm Drew Barrymore erneut ihr ganzes Geld in die Hand und produzierte den Rollerskating-Film „Whip it“, der in den USA nur etwas mehr als sein Budget (10 Mio.) einspielen konnte und deshalb mit einiger Verspätung auch in Europa in die Kinos kommt. „Whip it“, der in Deutschland „Roller Girl“ heißt, ist zudem Barrymores Regiedebüt. In der moderneren Variante von Rollerskating, dem Roller-Derby, rasen zwei Teams ruppiger Mädels über eine Rollschuhbahn und versuchen, mit harten Bandagen, in Führung zu gelangen. Eine Mischung aus Rugby, Zickenkrieg und irrem Gekloppe.

Barrymore selbst spielt eines dieser Rollergirls, neben Tarantinos Stuntfrau Zoe Bell, der „Brautalarm“-Komikerin Kristen Wiig und, besonders intrigant, Juliette Lewis. Das allein verspricht schon reichlich Woman-Power-Action, wäre da nicht noch Ellen Page, seit „Juno“ und „Inception“ die Lieblings-Göre des Indie-Kinos, die hier im Zentrum steht. Szene aus Roller GirlMiss Page spielt Bliss, die nach dem Wunsch ihrer Mutter Model werden soll, der texanischen Kleinstadt-Enge dann aber Richtung Roller-Derby-Team entfleucht. Dort gibt es Konkurrenz, erste Liebe, Rückschläge und den großen Wettkampf zum Finale. Barrymores Film folgt den Mustern gängiger High School-, Adoleszenz- und Sportdramen, große Überraschungen gibt es nicht. Bis auf eine: Durch gekonnte Dialoge, einen generell sehr raubeinigen Tonfall und das wunderbare Darsteller-Ensemble wirkt hier selbst das Bekannteste noch frisch.

Die amerikanischen Kritiker mochten das Regiedebüt von Frau Barrymore. Da der Film jedoch in den USA kaum beworben wurde, geriet er schnell in Vergessenheit. Bleibt zu hoffen, dass es in Europa besser läuft. Denn der Film macht vor allem eins: Verdammt viel Spaß!

 



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INHALT

Bliss Cavendar (Ellen Page) ist Siebzehn, lebt in einer Kleinstadt in Texas und hat die Nase voll von ihrem heimatlichen Dorf: nichts als Tüllkleider, Hochsteckfrisuren und Schönheitswettbewerbe. Eines Abends fährt sie heimlich nach Austin, um sich ein Rollerderby anzuschauen. Von dem rasanten Sport und den wilden Mädchen in Minirock, punkigen Netzstrümpfen und Rollschuhen ist sie schnell begeistert. Ohne das Wissen ihrer Eltern wird sie schon bald in das Team aufgenommen und zum gefragten Rollergirl. Dabei lernt sie auch den Musiker Oliver (Landon Pigg) kennen – eine Romanze beginnt. Als jedoch kurz vor einem wichtigen Finale ihre größte Rollschuh-Konkurrentin „Iron Maven“ (Juliette Lewis) entdeckt, dass Bliss nicht alt genug ist, um ohne Einwilligung ihrer Eltern Derbys zu fahren und Oliver sich plötzlich nicht mehr meldet, beginnen die Probleme und Bliss Traum, auf der Skater-Bahn die Welt zu erobern, scheint zu platzen.
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Eure Kritiken zu Roller Girl

  1. tine

    ich stimme in allen punkten zu. sehr unterhaltsam und eine tolle besetzung!

  2. Pingback: Blu-ray: Roller Girl “Das Regiedebüt von Drew Barrymore”

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