KRITIK

Rogue One: A Star Wars Story

Bild (c) 2016 Walt Disney Studios Motion Picture Germany.

Bild (c) 2016 Walt Disney Studios Motion Picture Germany.

Seit „Star Wars“-Schöpfer George Lucas 2012 sein gesamtes Filmimperium an Disney verkaufte, strickt der Mäusekonzern emsig an einem in alle Richtungen (Marvel, Pixar, etc.) kontingent ausufernden Filmuniversum. In die ohnehin verwickelte Chronologie der Star Wars-Reihe, in der auf die Original-Trilogie (1977-1983) und eine Prequel-Trilogie (1999-2005) momentan noch eine Sequel-Trilogie folgt (deren erster Teil sehr ordentlich geriet), pflanzt Disney nun also auch noch Einzelfilme, die sich Randaspekte aus dem Sternenkriegerkosmos vornehmen.

„Rogue One“ ist der erste dieser „Star Wars Stories“. Doch außer mit Finsterling Darth Vader, der hier als einziger mit einem Lichtschwert herumfuchteln darf, einem digital aus dem Totenreich zurückgezauberten Peter Cushing und ein paar kurzen Gastauftritten als Dienst am Fan bekommen wir es darin mit völlig neuem Personal zu tun – und einer ganz anderen Grundstimmung.

Der Plot ist unmittelbar vor Episode IV angesiedelt und klärt die Frage, wie die Rebellen um Prinzessin Leia an die Pläne gerieten, mit denen sie den Todesstern des Imperiums zerstören konnten. In „Rogue One“ erfährt man, dass dafür eine multi-ethnische Söldnertruppe verantwortlich war, angeführt von einer Frau, begleitet von einem schwarzen Roboter – was Feinde der Diversität in den USA prompt zu Boykottaufrufen veranlasste.

Neben seiner papierdünnen Story leidet der Film darunter, dass die Figuren kein wirkliches Eigenleben gewinnen: Rebellin Jyn (Felicity Jones, „Inferno“), deren Vater (gut: Mads Mikkelsen) den Todesstern einst mitkonstruierte, geht noch als sympathische Heldin durch, doch Diego Luna als Han-Solo-Verschnitt Cassian und seine Mitstreiter bleiben eher blass.

Giles Keyte

Giles Keyte

Auf einen langen Atem sind sie ohnehin nicht ausgelegt: Das Ende, das an den frühesten „Star Wars“-Film andockt, bringt es mit sich, dass es mit den „Rogue One“-Figuren nicht weitergehen kann. Bleibt die tolle Action – und die ist so düster, wie man sie im „Star Wars“-Universum nicht erwartet hätte. „Rogue One“ geht als moderner Söldnerfilm durch, als B-Film mit Blockbuster-Budget, dessen realistische, genial getrickste Schlachtenszenarien Regisseur Gareth Edwards („Monsters“) aktuellen Kriegsfilmen nachempfand. Das bringt ­ einen völlig neuen Ton in dieses Franchise, das bei vielen Sci-Fi-Fans als kindisch verschrien ist. Märchenhaft aber ist hier fast gar nichts mehr.

 

 

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