KRITIK

Rock the Kasbah

Bild (c) Splendid Filmverleih.

Bild (c) Splendid Filmverleih.

Mit Bill Murray in der Hauptrolle kann nichts schiefgehen – sollte man meinen. Die unnachahmliche Manier, in der der knautschige Kultmime Resignation mit Coolness verbindet, ist schließlich eine Schau für sich. Doch die Komödie „Rock the Kasbah“ zündet trotzdem zu keinem Zeitpunkt. Woran das liegt? Murray spielt Richie Lanz, einen abgehalfterten Musikmanager, der behauptet, Madonna entdeckt und die Bangles betreut zu haben, inzwischen aber lediglich seine Sekretärin Ronnie als Karaoke-Sängerin verhökert. Gespielt wird sie von der wunderbaren Zooey Deschanel („New Girl“) – eine von gleich mehreren Stars, die sich bei Barry Levinson unter Wert verkaufen.

Eines Tages verschafft Manager Richie seiner Ronnie eine Tour als Truppen-Unterhalterin in Afghanistan – mit dem titelgebenden Song von The Clash hat das aber ebenso wenig zu tun wie das Land am Hindukusch mit den nordafrikanischen Kasbahs. In Kabul verschwindet Ronnie mit Richies Geld, der irrlichtert fortan durch das ihm völlig fremde Land. Als er eine wunderschöne und wohltönende junge Paschtunin (Leem Lubany aus „Omar“) gegen den Widerstand ihrer streng religiösen Familie skandalös unverschleiert ins Fernsehen bringt, erzielt er zwar seinen ersten Management-Erfolg seit Langem, doch geht die Story (nach einer wahren Begebenheit) in lauter angestrengt skurrilen Anekdötchen und Zötchen unter.

Szene_Rock-the-KasbahDabei wollen die Drehbucheinfälle von Mitch Glazer („Große Erwartungen“, „Die Geister, die ich rief“) satirisch nach allen Seiten austeilen, bauen aber einzig auf Klischees. Ob bigotte Warlords, eine Hure mit Herz (Kate Hudson), debile amerikanische Waffenhändler oder Bruce Willis, der sich als Söldner mal wieder selbst veralbert – alles bleibt zahm. Zu zahm.

Regie-Altmeister Barry Levinson hat mit „Good Morning Vietnam“ und „Wag the Dog“ einst wesentlich schärfere und intelligentere Satiren über Krieg und Krisen gedreht. Dieses laue Alterswerk aber rettet nicht einmal Bill Murray, wenn er Wüstenstämmen Deep Purple vorjault. Ein Kunststück.

 

 

Kritikerspiegel Rock the Kasbah



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Durchschnitt
5.5/10 ★★★★★½☆☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du bei uns im Kritikerspiegel.

 



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