KRITIK

Robots

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Wenn man eine fremde Gesellschaft verstehen möchte, kann es ziemlich aufschlussreich sein zu sehen, wie sie ihre Kinder aufzieht. In der bunten Mechanik-Welt der Robots verläuft die Nachwuchs-Pflege ganz rührend und der menschlichen nicht unverwandt, was wir am Beispiel des Geschirrspül-Roboters Herb und seiner bezaubernden Blech-Frau erleben dürfen. Das vermehrungswillige Paar bestellt sich ein „Build a Baby“-Paket, bastelt per zwölfstündiger Zangengeburt den kleinen Rodney zusammen und passt ihm Jahr für Jahr altersgerecht größere Gebrauchtteile aus der Verwandtschaft an.

So wächst Rodney Copperbottom zu einem Prachtkerl heran, der zunächst in die Fußstapfen des Vaters tritt, jedoch den Sprung vom Tellerwäscher zum Visionär wagen will. Den schraubbegabten Erfinder zieht es in die Metropolis „Robot City“, wo der große Konstrukteur und Roboter-Gottvater Bigweld residiert, dem er seine Tüftler-Ideen unterbreiten will. Doch ach, ein aalglatt designter Chrom-Gesell hat mittlerweile die Herrschaft an sich gerissen und will all die armen, charakteristischen Flickschuster-Roboter zum Kauf von teuren „Upgrade“-Uniformen zwingen – andernfalls landen sie im Altmetall.

Es ist eine liebenswert-versponnene Welt, die Chris Wedge („Ice Age“) am Computer hat zusammenpixeln lassen. Längst haben sich die rechnergenerierten Kinderzimmer-Anarcho-Märchen à la „Toy Story“, „Shrek“ oder „Findet Nemo“ zu einem eigenständigen Genre entwickelt, in dem der Schöpferkraft keine Schwerkraft- und Himmelsgrenzen gesetzt sind. Was „Robots“ dabei besonderen Charme verleiht, ist die Tatsache, dass er eine Sciencefiction-Story in amüsant-altmodischer Weise zu erzählen versteht. Ein Fritz-Lang-Geist weht hier, der zurück zu den Ursprüngen der Mechanik führt. Allein Rodneys Ankunft in „Robot City“, wo ein irrwitziges Katapult- und Loopingsystem die Bewohner durch die Stadt bugsiert, ist furios geraten. Selbst wenn man dem hübsch-verspielten Studiowerk seine antikapitalistische Botschaft nicht abnimmt, hat es man es lieb für tanzende Roboter, die im Öl-Geplätscher ihre „Singin’ in the Rain“-Version anstimmen.



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INHALT

Rodney, der junge Roboter, ist ein großer Tüftler unter der Sonne. Deshalb träumte er schon immer davon, einmal im Leben seinem Vorbild Bigweld die Blechpranke zu schütteln. Nun scheinen seine Träume wahr zu werden. Rodney soll aus der Vorstadt in die große Metropole ziehen und Bigweld beim Erfinden assistieren. Doch Bigweld hat sich sehr verändert und schmiedet schlimme Pläne. Gemeinsam mit seiner neuen Freundin, der aparten Roboterdame Cappy, gedenkt Rodney, diese zu durchkreuzen.
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Eure Kritiken zu Robots

  1. Andy

    Schlechter als erwartet. Was soll diese Moral-Vater-Sohn Geschichte? OK, die Effekte waren geil aber IceAge oder auch Monster AG ist um längen spannender.

  2. Anita

    Naja…Ehrlich gesagt, hatte ich mir vom Ice-Age-Nachfolger mehr versprochen. Der niedliche Kuschelfaktor fehlt! Aber das ist wohl schlicht und einfach Geschmackssache. Was die Technik angeht, keine Frage; super!

  3. Kay

    Ich fand den Film auch eher langweiliger als IceAge oder Shrek. Glückwunsch zur netten Seite…..

  4. Sophie

    Gerade der Vater-Sohn-Konflikt zeichnet diesen liebenswürdigen Film doch aus. Er bezieht seine Komik nicht durch eine Andersartigkeit oder ein Scheitern, sondern durch die Identifikation mit dem Hauptdarsteller, der genau das erlebt, was die Zielgruppe tagtäglich erfährt: Uncoole Kleidung, sich-messen-müssen, erwachsen werden…. etc. Mir hat der Film gefallen…

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