KRITIK

Rendezvous

Rendezvous Bewusst unabhängig und mit kleinem Team mit Handkamera gedreht, stellte Quereinsteiger Alexander Schüler auf dem Filmfest München sein intensives Kammerspiel vor. Dank der engagierten Schauspieler wirkt die Konfrontation von vier Menschen in einem Raum in einer Nacht packend. Das Experiment ging auf, die Resonanz war sehr positiv, sowohl beim Publikum als auch bei der Presse. So entschloss sich der kleine Filmverleih Pandora, dieses Experiment mit wenigen Kopien ins Kino zu bringen.

So viel Mut sollte belohnt werden, denn die bewegliche Handkamera, das kammerspielartiges Set sowie höchste darstellerische Intensität verlangen dem Zuschauer einiges ab. 95 Minuten lang bewegen sich die vier Schauspieler – wie auf einer Theaterbühne – auf engstem Terrain: eine schicke Wohnung mit Balkon und Sauna sowie eine Dachterrasse mit Blick auf besagte Wohnung. Zudem erinnert der Film an die großen Gesellschaftsdramen des europäischen Kinos, an Filme wie „Das Fest“, „Die Klavierspielerin“ oder auch „Das Experiment“.

Alexander Schüler drehte „rendezvous“ in nur 14 Tagen mit einer Handkamera. Das Resultat beeindruckt. Selten hat man so viel beklemmende Beziehungsrealität auf der Leinwand gesehen.



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INHALT

Zwei befreundete Paare – jung, dynamisch, gut situiert - treffen an einem Abend zufällig aufeinander. Was mit scheinbar harmloser Plauderei beginnt, gerät zusehends außer Kontrolle. Lang gehütete Geheimnisse und gegenseitige Vorbehalte treten offen zu Tage. In der immer schärfer werdenden Konfrontation versagen die gewohnten Kommunikationsmuster und die Gruppe überschreitet wesentliche Regeln gesellschaftlicher Konvention. Erst am Morgen wird klar: Nichts ist mehr wie vorher, diese Nacht hat alles verändert.
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Eure Kritiken zu Rendezvous

  1. Colonia

    Einerseits, andererseitsEinerseits stoße ich mich daran, dass man dem Film allzu sehr anmerkt, dass er eigentlich ein Theaterstück ist und bin zu Beginn wenig angetan von Sven Walser. Gewiss, er ist bestimmt ein toller Theaterschauspieler, aber in den ersten Minuten von „Rendezvous“ nehme ich ihm keines seiner Worte ab und vor allem die „Beziehung“ – wenn auch stark gestört, wie sich später herausstellt – zu seiner Filmfrau bleibt Behauptung des Drehbuchautors.

    Andererseits finden sich nach und nach die nur vier vor der Kamera Beteiligten in ihre Rollen ein. Dass chronologisch gedreht wurde, verstärkt diesen Effekt.

    Regisseur Alexander Schüler hat im Alter von 50 Jahren mit „Rendezvous“ seinen ersten Film gemacht. Schüler erzählt, dass er in den nur zwei Wochen Drehzeit von Tag zu Tag bzw. Nacht zu Nacht besser wurde und eben das scheint mir auch bei der Schauspielerführung bemerkbar. Nach einigen Minuten sind die holprigen Anfänge vergessen und der Zuschauer kann eintauchen in ein Psychodrama, ein nächtliches Beziehungstheater auf engem Raum.

    Freilich möchte nicht jeder darin eintauchen. Nicht jeder will sich dem aussetzen, was sich zwischen den vier Wänden des edlen Lofts und zwei Ehepaaren abspielt. Und so verließen einige Leute den Saal. Vielleicht war es aber auch einfach nicht ihr Thema.

    Die Grundidee des „über-Kreuz“-Betrügens erschien mir ziemlich über-konstruiert und auch wiederum eher theaterhaft. Allerdings, das muss ich wohl zugeben, bringt das die Geschichte noch mal zusätzlich in Schwung.

    Doris Dörrie standen für ein sehr ähnliches Thema in „Nackt“ (bei ihr treffen sich drei Paare zum Abendessen im schicken Privatambiente, in „Rendezvous“ sind es zwei) Millionen zur Verfügung. Und herausgekommen ist ein großer Mist. Übrigens basierte „Nackt“ auch auf einem Theaterstück (ebenfalls von Dörrie).

    Alexander Schüler brauchte 46.000 Euro und schuf ein beklemmendes, intensives und – nach den schwierigen Anfangsminuten – glaubwürdiges Kammerspiel im Stil der DOGMA-Filme. Sein Film basiert auf dem Theaterstück von Bob L. Sack (d.i. Tim Lang, der im Film die zweite männliche Rolle spielt).

    Erbarmungslos. Nicht für jeden geeignet.

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