KRITIK

Reine Formsache

Reine Formsache Der Trauschein, so heißt es ja in Kreisen von Freigeistern und Heiratsmuffeln, sei doch bloß ein Stück Papier. Über die Scheidungsurkunde hört man das seltener. Die genießt mehr Respekt.

Auch die Kellnerin Pola (Christiane Paul) möchte amtlich beglaubigt wissen, dass ihre Ehe mit dem chaotischen Filou Felix (Marc Hosemann) gescheitert ist. Der Mann hat durchaus seine sympathischen Seiten, etwa Herz, Humor und Hundeblick, aber er ist auch ein dauerpubertierender Zocker und notorisch unzuverlässiger Schweinigel, weswegen die Verbindung keine Zukunft haben konnte. Felix allerdings will trotz anberaumter Gerichtsverhandlung um Pola kämpfen, wobei der Zufall, der den ersten Scheidungstermin platzen lässt, dem smarten Roulette-Junkie in die Hände spielt. Man ahnt schon, dass die beiden am Ende vielleicht doch nicht getrennte Wege gehen, bloß wie lange es dauert, bis aus dieser Ahnung Gewissheit wird, das ist dann doch eine Überraschung.

„Reine Formsache“ von Ralf Huettner („Die Musterknaben“) ist dabei ein durchaus sympathischer Film, bloß wirkt er manchmal wie eine Hommage an jene Art Beziehungskomödien, mit denen das deutsche Kino Anfang der 90er Jahre einen ersten Rausch erlebte.

Sicher, man ist hier um ein paar Katererfahrungen reicher als zu Zeiten des „Stadtgesprächs“, doch wirkliche Probleme haben Huettners paarungsnärrische Liebesspieler nicht. Einzig Bastian Pastewka und Floriane Daniel stehen als Ehepaar, das sich im Alltag aus den Augen zu verlieren droht, abseits des Luftikus-Reigens, ihre Liaison wirkt doch sehr klug, sehr warmherzig beobachtet.

Christiane Paul und Marc Hosemann hingegen haben laut Selbstauskunft zwar am Set viel Spaß gehabt und etwa „einen Abend nur über Balkonblumen geredet“, aber so sieht ihre Geranien-Beziehung in dies hübsch-harmlosen Komödie eben auch aus.



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INHALT

Die kluge Pola will sich von ihrem Mann Felix trennen, da sie nicht zusammen passen. Sie möchte ein solides Leben führen, während er sich die Nächte um die Ohren schlägt und sein Geld in Casinos verprasst. Nichtsdestotrotz ist Pola für Felix die Frau fürs Leben. Nach der Scheidung versucht er alles, um sie wieder für sich zu gewinnen. Er bezahlt den Chef eines Nobelrestaurants, damit er neben ihr kellnern darf, organisiert exklusiv für sie ein Chopin-Konzert in der Philharmonie. Pola hingegen widmet sich ganz ihrem neuen Liebhaber, einem galanten Franzosen, der das Gegenteil ihres lebensuntüchtigen Ex-Mannes ist. Nach einer Weile droht die eigentlich starke Frau, dem Charme des romantischen Antihelden erneut zu erliegen.

Neben den frisch Geschiedenen gibt es noch das Ehepaar Gustav und Effi, bei dessen Hochzeit sich Pola und Felix kennen lernten und das ohne Ring wohl längst nicht mehr den Widrigkeiten des alltäglichen Zusammenlebens trotzen würde, sowie Wito und Ada, Felix’ besten Kumpel und seine attraktive Schauspiel-Freundin.
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Eure Kritiken zu Reine Formsache

  1. Udo

    Nette Unterhaltung. Typisch deutsch halt, Beziehungsprobleme, überforderte Eheleute, etwas Witz, sympathische Darsteller, fertig ist die nette Unterhaltung. Verliert gegen Ende den Schwung, ist aber dennoch nett.

  2. Klabautermann

    Nett, kurzweilig, unterhaltend, schon vergessen. Tausendmal gesehen, tausendmal is nix passiert…

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