KRITIK

Red Lights

Plakat zum Film Red LightsEr kann Löffel verbiegen, durchs Telefon, nur durch die Kraft seiner übersinnlichen Gedanken wandern. Uri Geller? Nein, der Name des Besteckverdrehers lautet Simon Silver. Für Jahre war er abgetaucht, doch jetzt ist der blinde Magier wieder da. Und er ist gefährlich! Das sagt zumindest die Powerfrau Margaret Ma­theson, eine resolute Physikerin, deren Lebensaufgabe es ist, die Scharlatane und Pseudo-Magier des Geschäfts mit dem Übersinnlichen mit wissenschaftlichen Methoden des Betrugs zu überführen. Nur an Silver hat sie sich einst schmerzhaft die Zähne ausgebissen.

Das könnte also ein interessantes Duell werden, zumal bei dieser Besetzung: Die immer sehenswerte Sigourney Weaver spielt die Metaphysik-Feindin und Vertreterin der reinen Logik. So wenig glaubt sie an ein mögliches Weiterexistieren der Seele nach dem Tod, dass sie den Maschinen, die ihrem im Koma liegenden Sohn am Leben erhalten, trotz aller Ausweglosigkeit nicht den Strom abdrehen möchte.

Szene aus dem Film Red LightsUnd Robert De Niro als dämonischer Illusionist? Das wäre was, wenn die Schauspiel-Legende nicht schon seit zehn Jahren den Eindruck vermitteln würde, dass ihn die Rollen, die er da spielt, nicht mehr die Bohne interessierten. Der spanische Regisseur dieses Thrillers, Rodrigo García, hat vor genau zwei Jahren einen unglaublich spannenden, fast schon avantgardistischen Low-Budget-Knüller vorgelegt: „Buried“ (2010) spielte nur im Sarg eines lebendig Begrabenen. Zwei Jahre später bekam er Geld und Stars – und schuf eine Gurke. Denn viel zu früh im Film kommt es zum Filmtod einer wichtigen Hauptfigur, und auf ebenso spekulative wie effekthascherische Weise rumpelt der Plot als Zweikampf zwischen Silver und Mathesons Assistenten Tom (Cillian Murphy, die „Scarecrow“ aus der Batman-Trilogie) einer furchtbar lächerlichen Schlusspointe entgegen.

Alle anfängliche Spannung hat sich da schon längst verabschiedet. Schade indes, dass Sigourney Weaver nach „The Cold Light of Day“ wieder nur einen Flop zieren darf – während die Alienjagd in „Prometheus“ derzeit ohne sie stattfindet. Ebenso schade auch, dass „Red Lights“ neben Weaver noch so wunderbare Darsteller wie Elizabeth Olsen („Martha Marcy May Marlene„) und Toby Jones („Dame König As Spion„) in unterkomplexen Parts verheizt. Besser auslassen!

  

Kritikerspiegel Red Lights



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 


Carsten Happe
Der Schnitt
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Durchschnitt
4.5/10 ★★★★½☆☆☆☆☆ 




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INHALT

Dr. Margaret Matheson (Sigourney Weaver) und ihr junger Assistent Tom Buckley (Cillian Murphy) untersuchen als Ermittler für paranormale Vorfälle die unterschiedlichsten metaphysischen Phänomene. Als der legendäre blinde Parapsychologe Simon Silver (Robert De Niro) nach 30 Jahren wieder in die Öffentlichkeit zurückkehrt und einen großen Auftritt ankündigt, sieht Tom seine Chance gekommen, diesen Meister seiner Zunft zu entlarven und öffentlich bloßzustellen. Silvers Erscheinen sorgt für großes Aufsehen auch bei orthodoxen Wissenschaftlern, die seine „übernatürlichen Kräfte“ mit Hilfe akkurater Messungen analysieren wollen. Tom entwickelt eine wachsende Obsession für Silver, dessen Anziehungskraft auf die Massen mit jeder neuen Darbietung unerklärlicher Ereignisse steigt. Als Tom Silver immer näher kommt, wächst die Spannung zwischen den beiden Männern. Toms Leben wird mehr und mehr in seinen Grundfesten erschüttert…
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