KRITIK

Rapunzel – Neu verföhnt

Rapunzel - Neu verföhnt Wie war das noch bei Grimms? Das arme Mädchen, verkauft an eine Hexe für ein paar Bündel Feldsalat, eingesperrt in einem Turm, ein Prinz dann, der mit Blindheit für sein Interesse büßt? Schlimm das alles. Jedoch nicht bei Disney.

Im neuen 3D-Trickfilm der Mäusefirma, die hier wieder, anders als im letzten Advent mit dem handgezeichneten „Küss den Frosch“, am Computer pinselte, bleiben nur Haar, Hexe und Turm vom romantischen Märchen übrig. Den Rest kaperte das übliche Disney-Universum: tierische Sidekicks, Gesang, freche Sprüche. Was natürlich gut so ist.

Unter der Regie von Byron Howard („Bolt“) und Nathan Greno wird Rapunzel hier der verjüngenden Energie ihrer Haare wegen schon als Kleinkind entführt und von der mondänen Zauberin Gothel gefangengehalten. Bevor sie nun aber ihr Haar am Gemäuer herunterlassen darf, steht irgendwann ein flüchtiger Dieb in ihrer Kemenate. Diesen smarten Hallodri namens Flynn spannt Rapunzel für ihre Zwecke ein: Sie flüchtet mit ihm durch den tiefen Wald Richtung Heimat.

Und der junge Hallodri führt sich dabei auf wie Bogey, mit Hepburn im Schlepptau, in „African Queen“: Als Screwball-Dialogkomödie präsentiert sich die Flucht, auf der Rapunzel ihr bewundernswert animiertes, meterlanges Haupthaar für dolle Kunststücke einsetzt, als Lasso, als Liane, als Greifarm. Ein mit grandioser Mimik gesegnetes Chamäleon namens Pascal sorgt für die größten Lacher, und die mitunter arg kitschigen Disney-Songs von Komponist Alan Menken steht man duldsam durch.

Ein großer Wurf ist diese sehr freie Märchen-Aktualisierung gewiss nicht geworden – im Vergleich zu jüngsten „Pixar“-Produktionen wirkt „Rapunzel“ geradezu trutschig. Als unterhaltsame Vorweihnachtsberieselung im Kino für die ganze Familie tut der Film nicht weh. Nein, eigentlich macht er alles richtig.



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INHALT

Rapunzel lebt Zeit ihres Lebens, seit nunmehr fast 18 Jahren, in einem Turm. Ihre Mutter Gothel warnt sie eindringlich vor der Außenwelt, die viel zu schrecklich für sie sei. Doch Rapunzel will unbedingt zu jenem Ort, in dem jedes Jahr in der Nacht ihres Geburtstags helle Lichter wie Sterne erscheinen. Unerwartet ergibt sich einen Tag vor ihrem 18. eine Gelegenheit, als der gesuchte Dieb Flynn in ihr Turmzimmer flüchtet. Sie überwältigt ihn, fesselt ihn mit ihrer über 20 Meter langen blonden Haarpracht und erpresst ihn, sie dorthin zu führen.
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Eure Kritiken zu Rapunzel – Neu verföhnt

  1. Familienvater

    Ein toller Film für die ganze Familie und der beste Dinsey-Film, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Sehr spannend, lustig, unterhaltsam.

  2. Eliza

    Ein schöner Disney-Film. Nicht der beste aber mit einem schönen Plot, schönen CGI-Effekten und einem unterhaltsamen Katz- und Mausspiel. Für die ganze Familie

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