KRITIK

Quartett

Plakat zum Film QuartettFilme wie „Und wenn wir alle zusammenziehen?“ oder „Best Exotic Marigold Hotel“ stellen sich auf das stetig älter werdende Kinopublikum ein. Warum aber erschöpfen sich die Ergebnisse in harmlos-verschrobenen Ensembledramödien, die unter fast schon neurotischer Ausblendung aller unschönen Aspekte des Alters – von Armut bis Pflege – ein kuscheliges Bild von der Lebenszielgeraden zeichnen? Mit kauzigen Alten, letzten Romanzen, mit Demenz als Schrulle? Auch Dustin Hoffman hat nun einen solchen Film gedreht – sein Regiedebüt mit 75 Jahren. Schauplatz ist eine beschauliche Altersresidenz für ehemalige Opernsänger, in malerischer englischer Hügellandschaft gelegen, edel ausstaffiert, von überirdisch freundlichem Pflegepersonal geführt.

Eine Benefizgala soll Geld einbringen: Unter der Fuchtel des cholerischen Cedric (Michael Gambon, der Dumbledore aus den „Harry Potter“-Filmen) sollen dort auch Wilf (Billy Connolly), Cissy (Pauline Collins) und Reggie (Tom Courtenay) zusammen mit der frisch eingezogenen Star-Sopranistin Jean (herrlich exaltiert: Maggie Smith) das berühmte Quartett aus Verdis drittem „Rigoletto“-Akt zum Vortrag bringen. Für betont milde Dissonanzen sorgt nicht nur eine offene Liebesrechnung zwischen Jean und Reggie, sondern auch eine Konkurrentin, gespielt von Opernlegende Gywneth Jones.

Szene aus dem Film QuartettWer Dustin Hoffman die romantische Ruhestandsverklärung abkauft und mit oberflächlichen, aber brillant gespielten Turbulenzen zufrieden ist, wird sich zweifellos blendend unterhalten fühlen. Kamera und Schnitt bleiben augenschonend ruhig. Das filmische Äquivalent zu salzarmer Kost.

  

 

 

 



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INHALT

Cecily, Reginald und Wilfred leben in einer Residenz für ehemalige Opernsänger. Am 10. Oktober findet, wie jedes Jahr, ein Konzert zu Ehren Verdis Geburtstag statt. Die Ankunft von Opernstar Jean, die einst mit Reggie verheiratet war, mischt das Trio ordentlich auf. Sie mimt noch immer die große Diva und weigert sich beim geplanten Auftritt als QUARTETT, dabei zu sein. Trotz allem kommt das sehnsüchtig erwartete, einmalige Konzert immer näher und ohne sie können Cecil, Wilf und Reggie nicht auftreten.
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