AKTUELL IM KINO

Pushing Dead

Plakat-zum-Film-Pushing-Dead-mit-den-Darstellern-James-Roday-und-Danny-Glover-am-Tisch-sitzend.

Bild (c) 2017 Pro-Fun Media.

Die Amerikaner hatten noch nie solch ein ausgeklügeltes und scheinbar gut funktionierendes Krankenkassensystem wie wir Deutschen. Barack Obama hatte zumindest versucht, für seine Bürger eine allgemeine Krankenversicherungspflicht („Obama-Care“) durchzusetzen. Aber sein Nachfolger Donald Trump sägt bereits wieder an diesen Vorkehrungsmaßnahmen. Vor diesem Hintergrund muss man die Handlung von „Pushing Dead“ verstehen, der sich mit den bürokratischen Hürden eines absurden Systems mit einem fatalistischen Humor auseinandersetzt.

Dan Schauble (James Roday) ist ein eher glückloser Schriftsteller und Poet, der von der Hand in den Mund lebt. Als er einen Geburtstagsscheck seiner Mutter über 100 Dollar einlöst, hat er plötzlich zu viel Geld auf seinem Konto und wird von seiner Krankenkasse ausgeschlossen. Fortan muss er seine dringend benötigten HIV-Medikamente zu 50% selbst bezahlen, was mit einer utopisch hohen Summe von 3000 Dollar im Monat zu Buche schlägt. Die kann Dan keineswegs aufbringen. Auch seine Mitbewohnerin Paula (Robin Weigert) kann ihm dabei keine große Hilfe sein.

Stattdessen wird Dan zum rettenden Engel für seinen guten Freund Bob (Danny Glover), der Krach mit seiner Ehefrau hat und vorübergehend in Dans WG unterkommt. Glücklichere Momente erlebt der junge schwule Mann, als er wiederholt auf den gut aussehenden Mike (Tom Riley) trifft, der seinerseits Interesse an ihm zu haben scheint.

Szene-aus-dem-Film-Pushing-Dead-mit-allen-Beteiligten-auf-dem-Sofa„Pushing Dead“ erzählt eine fraglos wichtige und interessante Geschichte, die wirklich komisch wäre, wenn ihr nicht so viel Tragik innewohnen würde. Leider hat Tom E. Brown in seinem Langfilmdebüt nicht den richtigen Drive gefunden, um die Story unterhaltsam aufzubereiten. Es mangelt seinem Film größtenteils am benötigten Tempo; außerdem ist die Handlung allzu verzettelt und fragmentarisch, um das Interesse durchgehend aufrecht zu erhalten.

Der leise, überaus schwarze Humor stellt ein ungewöhnliches Mittel dar, um sich dieser Thematik zu nähern, wird aufgrund überzeugender Darstellerleistungen aber glaubwürdig und ansprechend transportiert. Wer über kleinere dramaturgische Unzulänglichkeiten und die eine oder andere Länge hinwegsehen kann, dem sei „Pushing Dead“ aufgrund seiner ungewöhnlichen Geschichte und Herangehensweise aber dennoch empfohlen.

 

 

 

Merken



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Aktuell im Kino, Kritik, Slider abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*