KRITIK

Punisher, The

Punisher, The Nach dem Dolph Lundgren-Film gleichen Namens aus den späten Achtzigern, nun dieser Big Budget-Kracher aus dem Hause des Comic-Giganten Marvel.
Als Action-Film im Stil der Stallone- oder Schwarzenegger-Vehikel der achtziger Jahre funktioniert der Punisher bestens, ist aber nichts für Comic-Puristen, die mit den Geschichten um den schweigsamen Anti-Helden groß geworden sind. Man hat sich zu sehr darauf konzentriert ein Hollywood-konformes Projekt zu produzieren, das keine Probleme mit Altersfreigaben bekommt und damit die marketingrelevante Zielgruppe der unter 18-jährigen ins Kino lockt, anstatt den Mut aufzubringen die Story eines gebrochenen Helden, der durch den feigen Mord an seiner Familie völlig aus der Bahn geworfen wird, mit der ganzen Brutalität, welche die Comicvorlage verlangt, darzustellen.

Im Gegensatz zum Comic lässt der Regie-Debütant Jonathan Hensleigh (Drehbuch: “The Rock“, “Armageddon“, “Die Hard“) den Titelhelden in Selbstmitleid zerfließen, anstatt sich selbst, für die Unfähigkeit seine Liebsten zu beschützen, zu bestrafen und gefühllos mit den Killern abzurechnen. Die Schauspieler bleiben durchweg blass. Thomas Jane stellt den Punisher als einen heruntergekommenen Säufer dar, der Verbrecher mit Samthandschuhen anfasst. Nur in allergrößter Not “foltert“ er seine Opfer mit einem Speiseeis. John Travolta spielt wie in Trance und kann in keiner Sekunde an seine genialen Momente in “Pulp Fiction“ oder “Face Off“ anknüpfen. Rebecca Romijn-Stamos (“X-Men“) verkörpert ihre völlig überflüssige Rolle wie einen Neve Campbell-Klon. Einzig Will Patton (“Armageddon“, “No Way Out“), als Freund und Anwalt des Mafiabosses, überzeugt wie so oft und spielt seine Kollegen förmlich an die Wand.

In seinen wenigen, wirklich guten Momenten erinnert der Film an die Italo-Western aus den Siebzigern, das Jahrzehnt, bestimmt von wortkargen Helden wie Dirty Harry und Frank Doyle aus French Connection. Das Jahrzehnt, in dem der Punisher (“Bestrafer“, unter diesem deutschen Namen hat der Punisher, neben der “Spinne“ (Spider-man), dem “Dämon“ (Daredevil) oder dem “Gruppe X“ (X-Men) in den ersten Jahren die deutsche Comiclandschaft durcheinander gebracht) das erste mal in einem Spider-Man Comic auftrat. Doch 2004 scheint eher das Jahr für die weichgespülten Helden der Sitcom-Generation zu sein. Mit Ausnahme des Genie-Streichs “Kill Bill“. Wie das Punisher-Projekt wohl ausgesehen hätte mit einem Quentin Tarantino als Regisseur?

 



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INHALT

Frank Castle ist Mitglieder der Spezialeinheit Delta Force und des FBI und hat in seinen Undercover-Einsätzen dem Tod schon ein paar Mal direkt ins Auge geblickt. Der aktuelle Auftrag soll denn auch sein letzter sein. Ein gemütliches, ruhiges Leben in London wartet auf ihn. Doch natürlich geht bei diesem letzten Einsatz einiges schief und schlussendlich steht auf der Opferliste der Name des Sohnes des Unterweltbosses Howard Saint. Dieser, voll Trauer und Wut, wird von seiner Frau Livia angestachelt und beauftragt seine rechte Hand Quentin Glass nicht nur Frank Castle selber, sondern auch dessen ganze Familie zu vernichten. Und zwar in Puerto Rico, wo sich der ganze Clan zum ersten Mal seit 5 Jahren bei einem grossen Familientreffen wiedersieht.

Jemandem gehts gleich an den Kragen Frauen, Kinder, Franks Vater, seine geliebte Frau Maria und sein Sohn werden Opfer dieses Massakers. Castle selber wird mit einer Kugel in der Brust, vermeintlich tot, an der Bootanlegestelle mit dieser in die Luft gejagt. Doch Castle ist keineswegs vernichtet worden. Er wird aufgepäppelt von einem Fischer und hat nur noch ein Ziel. Rache!
Er wird diejenigen bestrafen, die ihm alles genommen haben und er wird dabei das T-Shirt mit dem Totenkopf tragen, dass ihm sein Sohn geschenkt hat..... In Miami macht er die Bekanntschaft mit drei Aussenseitern (u.a. Rebecca Romijn-Stamos), die wie er den Draht zur Gesellschaft nicht finden können. Dort, in einem alten Mietshaus, kann sich Frank Castle auf seine Vergeltungsangriffe vorbereiten.
Saint sitzt natürlich nicht tatenlos herum. Er engagiert Profikiller, die dem aufsässigen und rachedurstigen Frank Castle ein für alle Mal aus dem Weg schaffen sollen. Und neben dem singenden Killer Harry Heck ist es vor allem "The Russian" (Kevin Nash), auf den es zu achten gilt.
Doch haben sie eine Chance gegen eine verlorene Seele? Gegen einen Mann, der nichts zu verlieren hat? Einen Mann, der nicht mehr exisitiert? Einer Figur, die man unter dem Namen The Punisher noch kennenlernen wird?
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Eure Kritiken zu Punisher, The

  1. Udo

    NeeeJepp, habe mir den Film auch angetan. Das Comic war cool aber der Aufguss als Actionspektakel ist ein Flop… Einzig Travolta war als fieser Boss ganz ok… Nur was soll immer dieses Alibi-Girl, hier Rebecca Romjin-Stamos??? ich weiss es nicht…

  2. Isa

    FlopUhhh, was haben die da nur aus der Comicvorlage gemacht. ich stimme hier dem Kommentar überein, dass es hätte viel viel besser werden können….

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