KRITIK

Promoterin, Die

Promoterin, Die Boxen ist bekanntlich ein beinharter, testosteronschwangerer und schweißbachpeitschender Männersport. Eine Frau, die sich in dieser Branche durchsetzen will, braucht mehr als nur eine große Klappe und ein hübsches Gesicht. Jackie Kallen (Meg Ryan) aber, die als Assistentin eines sexistisch-hemdsärmeligen Kampf-Veranstalters arbeitet, besitzt den eisernen Willen, sich als Promoterin zu etablieren. Zwar ist der erste Boxer, dessen Vertrag sie von einem alten Hasen im Faustrecht-Business für einen Dollar erwirbt, ein untrainierbarer Crack-Junkie. Doch bald schon stößt die ehrgeizige Blondine mit dem Hang zur Wasserfall-Plauderei auf einen künftigen Champion, den schwarzen Straßenboxer Luther Shaw, den sie zum Mittelgewichts-Weltmeister aufbauen will. Leider jedoch geht Jackie derart in ihrer stöckelschuhbeschwingten Selbstvermarktung auf, dass sie ihren Klienten zu vernachlässigen beginnt. Der finale Fight um den Gürtel steht unter einem schlechten Stern.

Inspiriert ist dieses Frauenschicksal rund um Boxring und Gymnastikhalle vom wahren Leben der Jackie Kallen, die als erfolgreichste weibliche Promoterin Amerikas gilt und Champions sämtlicher Klassen managt. Ein großer Emanzipationsfilm, gar die packende Biografie einer einsamen Kämpferin im Stile solcher Werke wie „Erin Brockovich“ oder „Die Journalistin“ aber ist „Die Promoterin“ nicht geworden. Regisseur Charles S. Dutton, als Schauspieler in einer Nebenrolle als Trainer präsent, inszeniert den Karriereweg der vorlauten Außenseiterin allzu klischeesatt und geglättet. Zudem wirkt Meg Ryan, die sich der lebenden Legende vor allem durch ausgesucht geschmacklose Kleidung anzuverwandeln sucht, oft seltsam verloren in ihrer permanenten Sportbegeisterungs-Bekundung. Und was Meg Ryan an Dynamik fehlt, machen auch die Kämpfe ihres Schützlings nicht wett, die allzu statisch in Szene gesetzt sind. So kann man Dutton nur zu Gute halten, dass er vor dem vorhersehbaren Happyend wenigstens Momente des Scheiterns zulässt. Darum geht es schließlich auch beim Boxen.



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INHALT

Basierend auf einer wahren Geschichte: Jackie Kallen ist eine intelligente, starke Frau aus Detroit, die seit ihrer Kindheit von Boxsportlern umgeben war, da sie schon damals stets viel Zeit mit ihrem boxenden Onkel bei dessen Trainingsstunden verbrachte. Das Boxen liegt ihr mithin, so könnte man sagen, im Blut, und sie hat sich über die Jahre ein gewisses Fachwissen angeeignet.
Als sie sich eines abends mal wieder über den arroganten Boxpromoter LaRocca ärgert und behauptet, sie wisse mehr übers Boxen als er, fordert er sie auf, dies unter Beweis zu stellen. Er bietet ihr einen Boxer-Vertrag für einen Dollar zum Kauf an. Natürlich ist an dem Geschäft etwas faul... Doch wer wie Jackie in der Welt des Boxsports aufgewachsen ist, erkennt auf Anhieb einen Gewinner. Und als Jackie Kallen dem Boxer Luther Shaw bei einem Kampf begegnet, weiß sie, dass er ein Winnertyp ist. Entschlossen, die erste erfolgreiche Box-Promoterin in den USA zu werden, überzeugt sie Luther, dass er das Zeug zum Champion hat. Zusammen mit dem ehemaligen Trainer Felix setzt das unterschiedliche Trio alles daran, seinen Weg zu machen - einen Weg durch eine von Männern dominierte und brutale Sportwelt ...
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Eure Kritiken zu Promoterin, Die

  1. MegRyanFan

    Ja, auch wenn wie ich – ein Fan von Meg – kein Film der taffen Schauspielerin verpasse, muss es auch mal Tiefschläge geben. Dies ist so einer, auch in Megs Filmographie.

  2. Manni

    Nee..das war nix – Langweilig!

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