KRITIK

Ponyo – Das große Abenteuer am Meer

Ponyo - Das große Abenteuer am Meer Eigentlich heißt der Fisch Brunhilde. So jedenfalls nennt sie ihr Vater, ein neptunesker Unterwasser-Zauberer. Der kleine Fischerjunge Sosuke aber, dem die abenteuerlustige Brunhilde eines Tages in die Arme gespült wird, erfindet einen anderen Namen für sie: Ponyo. Und mit Ponyo ist es gefunden, das nächste starke Mädchen aus dem Filmkosmos des japanischen Meister-Animators Hayao Miyazaki.

Der Mann, der sein Tokioter „Studio Ghibli“ seit 25 Jahren leitet und spätestens mit dem Oscar für „Chihiros Reise ins Zauberland“ auch bei uns (und bei Pixar in Hollywood) viele Fans hat, stemmt sich weiter wacker gegen alles, was mit Computerroutinen und 3D zu tun hat und hält demonstrativ die Fahne des handgezeichneten japanischen Anime hoch. Beweisen muss der 69jährige Filmkünstler keinem mehr etwas. Sein „Ponyo“ nun, zwei Jahre nach seiner Premiere in Venedig endlich auch in den deutschen Kinos, richtet sich mit einfacher, aber ungemein detailreicher Animation an jüngere Zuschauer als etwa die kriegsthematischen Vorgänger „Prinzessin Mononoke“ oder „Das wandelnde Schloss“. Miyazakis jüngster Streich ähnelt eher „Totoro“ als „Chihiro“.

Doch Ponyos Niedlichkeit sollte auch Erwachsene nicht stören, denn seine Toleranz- und Naturrespektsbotschaften bringt Miyazaki auch diesmal wieder ganz ohne Pene­tranz und mit bewundernswerter Leichtigkeit unter – in einem Goldfischmärchen im Kampf gegen die Gezeiten. Denn das Meer will Ponyo zurück. Ponyo aber zaubert sich zum Menschen, weil sie sich ganz unschuldig in Sosuke verliebt. Zur Strafe überschwemmt das Meer die Küste, an der Sosuke lebt, und Menschenjunge und Fischmädchen müssen sehen, was noch zu retten ist.

Was dabei mit kunstvollem 2D-Trick zu erreichen ist, zeigen spektakuläre Flutsequenzen, liebevolle Unterwasserwelten und Ponyos Dauerlauf auf den Wellen: Auch diesmal sorgen Miyazakis Bilderwelten für ungläubiges Staunen – so wie seine sind sonst eben keine. Sehenswert.



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INHALT

Der fünfjährige Sosuke entdeckt den Goldfisch Ponyo, dessen Kopf in einem Marmeladenglas feststeckt, und befreit ihn. Die beiden schließen Freundschaft, aber Ponyos Vater, ein Zauberer, der am Meeresgrund lebt, befiehlt seiner Tochter, wieder ins Meer zurückzukehren. Ponyo träumt davon, ein Mensch zu werden - wie es ihr Vater einstmals war. Sie flieht, leert jedoch davor das Lebenswasser ins Meer und löst damit Naturkatastrophen aus, die das Heimatdorf Sosukes bedrohen.
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