KRITIK

Planet der Affen

Planet der Affen Zur Hippiezeit, 1968, konnte ein einfach produzierter Film das Kinopublikum begeistern, in dem ein amerikanischer Astronaut, gespielt von „Ben Hur“ Charlton Heston, auf einem wilden Planeten landet, der von Affen beherrscht wird. Franklin J. Schaffner hatte den als „unverfilmbar“ geltenden Pierre Boulle Roman „La planéte des singes“ (Monkey Planet) von 1963 auf die Leinwand gebracht. Er löste mit seinem Film eine „Affenmanie“ aus, die vier Fortsetzungen und eine Comic-Reihe nach sich zog. Wieder einmal zeigte sich, dass eine sog. unverfilmbare Geschichte im Gewand eines B-Movies das Zeug zum echten Kassenschlager mit Kultcharakter hatte. Kein geringerer als Kultregisseur Tim Burton („Batman“, 1989, „Edward mit den Scherenhänden“,1990 und „Ed Wood“, 1994) nahm sich nun 30 Jahre später dieses Stoffes an und ließ damit eine seit Jahren brodelnde Gerüchteküche erkalten, wer denn nun die Wiederbelebung der Affenhatz übernehmen würde. Namen wie Chris Columbus, Oliver Stone oder James Cameron machten die Runde. Die beste Wahl, Regisseur Tim Burton, weigerte sich fortan, als er den Vertrag in der Hand hielt, das Wort Remake in den Mund zu nehmen und sprach von einem „Reimagining“, einer Destillation der Essenz im neuen Gewand. Doch wer das Original kennt, wird keine Ansätze einer Neuinterpretation bei der 2001er-Version ausmachen können. Das Studio 20th Century Fox stellte dem Visionär Burton 100 Mio Dollar zu Verfügung, und verhalf damit ihrem Lieblingskind “Planet of the Apes” zum unrühmlichen Titel der am sehnlichsten erwarteten Hollywoodproduktion des Sommers 2001. Die Erwartungen waren hoch und Burton, der sonst so einfallsreiche Filme wie „Mars Attacks“, 1996, für die Leinwand schuf, konnte diese leider nicht in die Tat umsetzen oder gar erfüllen. „Planet der Affen 2001“ punktet zwar mit einer tollen Ausstattung, einer überragenden Maskenbild- und überzeugender Kameraarbeit, doch der Film macht weder richtigen Spaß, noch nimmt er sein Thema wirklich ernst. Eine Prise düsterer Burton-Touch mehr und platte Ironie weniger hätte dem reimaginierten Film sicherlich gut getan. Doch selbst so hervorragende Schauspieler wie Tim Roth oder Helena Bonham Carter können das Remake nicht retten oder schlimmer noch, über weit klaffende Plot-Löcher hinwegspielen. Ganz zu Schweigen von der Ironie, die diesen Film so unwichtig macht. Auch Hauptdarsteller Mark Wahlberg ist leider ein Totalausfall. Das amerikanische Unterhosenmodell, das als Dirk Diggler in „Boogie Nights“ (1997) überzeugen konnte glänzt durch Einfallsarmut in Mimik und Gestik. Sogar der hölzerne Charlton Heston wusste in der einfachen Vorlage mehr zu überzeugen. Wahlberg fehlt es an Starpotential genauso sehr wie es diesem Film an Tiefgang und Richtung fehlt. Christian Gertz



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INHALT

2029. Astronaut Leo Davidson arbeitet auf einer amerikanischen Weltraum-Forschungsstation. Er soll Schimpansen als Testpiloten ausbilden. Als ein elektro-magnetischer Sturm aufzeiht, wird der Schimpanse Perikles losgeschickt, um genauere Daten zu sammeln. Doch der Kontakt zu Perikles bricht ab. Kurzerhand fliegt Davidson seinem Schimpansen hinterher, verliert die Kontrolle über sein Raumschiff und wird zur Notlandung auf einen Planeten gezwungen, der von Affen beherrscht wird. Menschen werden von den viel kräftigeren Primaten als Sklaven gehalten oder müssen sich in den tiefen Wäldern verstecken. Auch Davidson wird gefangen genommen. Als er die hübsche Seniorentochter und „Menschenrechtlerin“ Ari um Hilfe bittet, gelingt ihm die Flucht. Doch damit zieht er nicht nur den tiefen Hass des Heerführers Thade auf sich.
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Eure Kritiken zu Planet der Affen

  1. Eliza

    Die Affen sind los…Ein bildgewaltiger Action-Film, der allerdings nicht durch seine Story, sondern durch Bildgewaltigkeit überzeugt. Tim Burton hat sich zwar den Freiheitsstatuen-Effekt (

  2. Ulli

    Neee, das wa´s wirklich nichtMit Sicherheit einer der schlechtesten Tim Burton Filme. Ausstattung ok, aber die Story… Geld lieber für die original Planet der Affen-DVD mit Charlton Heston sparen.

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