KRITIK

Planet 51

Planet 51 Astronaut Chuck Baker ist wie vom Donner gerührt: Der olle Planet mit der Nummer 51, in dessen Boden er gerade, gewohnt besitzergreifend, die US-Flagge rammen will, ist keineswegs so unbewohnt wie gedacht. Im Gegenteil: Es leben dort lauter grüne Männchen mit wulstigen Antennen auf dem Kopf – die ausgerechnet ihn, Chuck Baker, für ein bedrohliches Alien halten!

Eine kühne Idee ist das, die übliche Geschichte von der außerirdischen Bedrohung durch fremde Wesen einmal spiegelverkehrt zu erzählen, und sogar noch origineller wird sie dadurch, dass die grünen Männlein auf Planet 51 genau so leben wie es gemeine amerikanische Spießbürger in den 1950er Jahren taten, also zu einer atom- und kommunismus-panischen Zeit, in der furchteinflößende B-Filme mit trashiger Science-Fiction- Tönung besonders gefragt waren.

Liebevoll malt der in Spanien produzierte und von „Shrek“-Autor Joe Stillman geschriebene Trickfilm diese paradox futuristische Retrowelt aus: Uramerikanische, weiße „picket fences“ umzäunen die Gärten, in denen Barbecues veranstaltet werden, die Autos ähneln ausladenden Straßenkreuzern – nur dass sie eben über dem Asphalt schweben. Und die Häuser sehen aus wie Ufos. Das Militär hat es derweil auf Eindringling Chuck abgesehen, dem zunächst nur ein kleiner Junge Schutz gewährt. Wie damals in „E. T.“ also, nur dass das Alien diesmal menschlich ist.

So detailverliebt das ist, so sehr sich Kenner an Anspielungen auf Sci-Fi-Klassiker und Filme der Pixar-Konkurrenz erfreuen können, so schnell geht dem solide gezeichneten Film die dramaturgische Puste aus: Bald scheint dem Kreativteam um Regisseur Jorge Blanco außer pausenloser Actionhatz und Toleranzpathos nicht mehr viel einzufallen. Da rächt es sich dann doch noch, dass man aus den parodierten Originalen nur zu gut weiß, wie derlei Geschichten in der Regel ausgehen. Und so tun sie es auch hier.



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INHALT

Seine Weltraum-Mission hatte sich Astronaut Chuck Baker etwas anders vorgestellt: Gerade wollte er den Planeten 51 durch heroisches Aufstellen der US-Flagge in Besitz nehmen – da bemerkt er, dass diese Welt doch nicht so unbewohnt ist wie er dachte. Vielmehr sieht es hier ein bisschen so aus wie im Amerika der Fünfzigerjahre – inklusive weißer Gartenzäune und blank polierter Autos. Und Chuck ist mitten im Garten von Neera gelandet … ausgerechnet beim Grillnachmittag der Familie. Nach der ersten Panik und Aufregung versteckt sich Chuck bei Neeras Nachbarjungen Lem, einem liebenswerten Träumer, der seine Nachmittage im Planetarium verbringt, sich vor einer Alien-Invasion fürchtet und ansonsten Neera anhimmelt.

Langsam und vorsichtig freunden sich der kleine grünhäutige Planet-51-Bewohner und der menschliche Raumfahrer an. Und einen Freund braucht Chuck hier dringend – denn die Armee unter dem Kommando von General Grawl hat die Jagd auf den Alien eröffnet. Und Chuck läuft die Zeit davon: Er muss rechtzeitig wieder zu seinem Raumschiff kommen, ansonsten wird die Heimreise zur Erde ohne ihn angetreten. Mit Hilfe von Lem, zwei nicht sonderlich smarten Planet-51-Soldaten und einem kleinen Aufklärungsroboter nimmt Chuck einen aufregenden Wettlauf gegen Grawls Helfershelfer an – und gegen die Zeit …
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Eure Kritiken zu Planet 51

  1. Udo

    Ein schöner Film für Sci-Fi Fans. Die zahlreichen Anspielungen an alte Klassiker (Alien-Hund) erwärmen jedes Sci-Fi Herz. Aber was haben Kindern davon? Sie werden die Anspielungen nicht verstehen. Zudem ist die Story sehr dürftig.

  2. mycinema

    Ich finde denn lustig action reich alles was ein guter film haben muss

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