KRITIK

Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2

Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2 Jack is back! Treffender hätte es kein Werbetexter formulieren können. Kann man der Aussagekraft der zahlreichen Online-Befragungen Glauben schenken, die die Frage stellten, welcher Film in diesem Jahr am sehnsuchtsvollsten erwartet wird, wurde mit großem Abstand das Sequel zu „Fluch der Karibik“ genannt. Über sechs Millionen Kinogänger wollten vor drei Jahren im heißen Sommer 2003 die Abenteuer des tuntig trunkenen Captain Jack Sparrow auf der Leinwand miterleben. Da war den wenigsten bekannt, dass die cineastische Wiedergeburt des tot geglaubten Genres Piratenfilm lediglich auf einer Werbefilm-Idee basierte. Für eine Disney-Themenpark-Attraktion sollte ein geeignetes Piratenabenteuer auf die Leinwand gebracht werden.

Zahlreiche Nominierungen und ein Einspiel von weltweit über 650 Millionen Dollar hatte „Fluch der Karibik“ dem Disney Konzern eingebracht. Die von Johnny Depp verkörperte Figur Captain Jack Sparrow, anfangs von den Verantwortlichen kritisiert, wurde wenig später in die Themenpark-Show mit eingebaut, bekam einen Wachsfigur-Abguss bei Madame Tussaud und Johnny Depp erhielt für seine Darstellung eine Oscar-Nominierung für die beste männliche Hauptrolle. Den Verantwortlichen war schnell klar: Für weitere Teile der Piratensaga darf nicht viel Zeit ins Land ziehen. Und vor allem – ganz den Gesetzen großer Trilogien folgend – alle Beteiligte müssen für weitere Teile mit an Board geholt werden, koste es was es wolle. Als die Hauptfigur zu erkennen gab, dass ihm weitere Abenteuer großen Spaß bereiten würden, ließen sich die übrigen Darsteller nicht lange bitten, auch mit dem Wissen, dass sie zurvor noch nie an schöneren Drehorten gearbeitet hatten.

Mit dem zweiten Teil von „Fluch der Karibik“ verhält es sich wie mit den meisten Sequels: Der Schwerpunkt des ersten Teils wird ausgebaut. Der Schwerpunkt des ersten Teils war Johnny Depp, Johnny Depp und… Johnny Depp. In Teil zwei gibt es nur wenige Szenen, in denen die Hauptfigur nicht zu sehen ist. Für die Handlung bedeutet das, dass noch mehr passieren muss, mit noch außergewöhnlicheren Figuren vor noch atemberaubender Kulisse. Das Drehbuchteam um Ted Elliott und Terry Rossio durfte tief in der Klabauterkiste gewühlt haben, um die absonderlichsten Figuren aus dem Hut zaubern zu können.

Markantestes Gesicht ist unangefochten die Figur des sagenumwobenen Piratenkapitäns des „Fliegenden Holländers“ Davy Jones, hier herausragend verkörpert von Bill Nighy hinter einer Tentakelmaske. Der einflussreiche Kapitän ist im Besitz einer Riesenkrake, die computeranimiert, auf den sieben Weltmeeren allerlei Unheil anrichtet. Diese gilt es unschädlich zu machen, was viele spektakuläre CGI-Effekte mit sich bringt. Und das ist erst der Anfang. Natürlich sind auch Orlando Bloom und Keira Knightley wieder mit dabei, die bei einem unerwarteten Bäumchen-Wechsel-Dich-Spielchen neben zahlreichen Actionszenen auch ein paar Gefühle zeigen dürfen. Nach und nach finden sich die wichtigsten Figuren aus dem ersten Teil wieder ein, was den Kennern des ersten Teils einen gehörigen Wissensvorsprung verschafft. Die Story ist im zweiten Teil nur Nebendarsteller und hält einer späteren Überprüfung in punkto Logik nicht stand. Vergnügen und atemberaubende Actionelemente sind die beiden Schwerpunkte des Sequels, das von einem herausragend aufgelegten Johnny Depp sicher auf ein Open End hingeführt wird, um mit einem Auftritt des Vaters von Jack Sparrow, dargestellt von Rolling Stone Keith Richards, im dritten Teil ihre fulminante Fortsetzung zu finden.


(Einige Anmerkungen zu den Unterschieden bei Filmkritiken von Christian Gertz… hier)



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Black Pearl-Kapitän Jack Sparrow wird auf einer Insel als Gottheit verehrt und gefangen gehalten. Seine Freunde Elizabeth und Will drohen indes Kerker oder Tod, weil sie der Mittäterschaft an Seeverbrechen angeklagt werden. Doch ihnen winkt die Freiheit, wenn sie den magischen Kompass ihres Piratenfreunds Sparrow stehlen, der den Weg zu einem Objekt weist, das Davy Jones, den Captain eines legendären Geisterschiffs, kontrollieren kann. Sowohl Sparrow als auch Jones haben jedoch eigene Pläne und eine Vergangenheit, die Sparrows sporadisch sichtbare Seele bedroht.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2

  1. Merowinger

    Einfach großartig, umwerfend komisch und mit toller Action-Choreografie. Nur das Fortsetzung-folgt-Ende nach dem eigentlichen Cliffhanger stört.

  2. Vanessa

    Schöner Film, lecker Johnny Depp, das einzige was mir noch zu einem perfekten Kinoabend fehlte, war ein Happy-End. Denn obwohl ich mir auch den dritten Teil anschauen werde, wär eine abgeschlossen Handlung besser gewesen!

    Meine Meinung..

  3. Florian

    Ein super Film… fand ihn sogar etwas besser als Teil 1… Nach Sinn und Logik, sollte man bei einem Film der ab 6 Jahren freigegeben ist, nicht erwarten. Der Film soll ja auch für einen 8. jährigen Verständlich & Unterhaltsam sein. Insgesamt sehr zu empfehlen.

  4. Charly

    Ich habe gestern den ersten und den zweiten nacheinander gesehen…wenn man dem ersten 3-4 sterne gibt, dann hat der neue nicht mehr als 2 verdient. Lamgweilige Effectposse. Und zudem ist Johnny Depp grausam synchronisiert. Also, nach dem ersten Teil im Original war ich echt von den Socken, wie schlecht die deutsche Synchro ist. Bitte nicht den gleichen Fehler machen und den Film unbendingt in der Originalfasung sehen…

  5. Manni

    Nach all den vielen enthusiastischen Kritiken war ich vom Film enttäuscht. Die Johnny Depp One-Man-Show reisst einen irgendwann auch nicht mehr vom Hocker. Der Rest war ein harmloses Effekt-Feuerwerk.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*