KRITIK

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Bild (c) 2016 Warner Bros. Germany.

Bild (c) 2016 Warner Bros. Germany.

Im ersten „Harry Potter„-Band stand es auf der Lektüreliste der Zauberlehrlinge: „Phantastische Tierwesen“, ein Lehrbuch des Magizoologen Newt Scamander. Im Jahr 2001 veröffentlichte Potter-Erfinderin J. K. Rowling dieses Buch dann tatsächlich als fiktives Faksimile: 64 schmale Seiten über magisches Getier. Jetzt erweist sich dieses Werk als Goldgrube für die Potter-Produzenten. Warum daraus keine neue Filmreihe stricken? Warum nicht gleich fünf Teile raushauen? Dann haben wir zu tun bis 2024.

Zum Glück ist die erste Ausgabe, für die Rowling erstmals als Drehbuchautorin wirkte, durchaus mehr geworden als Beutelschneiderei. Regisseur David Yates, der auch die letzten vier Potter-Filme inszenierte, kennt den sowohl dunkelfantastischen als auch immer dezent augenzwinkernden Rowling-Style, und die Autorin selbst bereitet geschickt die Bühne, indem sie zig Handlungsfäden auslegt, die wohl erst in den kommenden Filmen wiederaufgenommen werden. Eine Lexikonbebilderung ist dieser Film jedenfalls nicht.

Szene_Fantastische_TierwesenDa reist also der Brite Scamander (ideal verhuscht: Eddie Redmayne, „The Danish Girl„) mit einem Koffer voller Tierwesen nach New York, wo das Zaubervieh sogleich in blendend getrickster „Jumanji“-Manier für Chaos sorgt. Der erste Teil des Films ist eine Schau, schrullig und schön altmodisch gruselig, und Komiker Dan Fogler ist als unverschuldet ins Geschehen stolpernder Kowalski ein witziger Sidekick.

Dann wird es deutlich generischer: Gemeinsam mit den Hexenschwestern Goldstein (Katherine Waterston und die Sängerin Alison Sudol) muss Scamander nicht nur die flüchtige Fantasy-Fauna wieder einsammeln, sondern auch bösen Magiefunktionären (Colin Farrell), sektiererischen Hexenjägerinnen (Samantha Morton) und anderen Gegnern trotzen. Wie in den meisten Event-Filmen gerät der Showdown zu lang.

Szene_Fantastische_Tierwesen_2Entstanden ist ein typischer Auftaktfilm: Vieles erscheint noch wirr und unausgegoren, anderes aber sorgt für Vorfreude auf das, was da noch kommen mag. Am Ende huscht kurz Johnny Depp vorbei, als Gruselzauberer Gellert Grindelwald. Er soll im Zentrum der zweiten Episode stehen ­­– an der natürlich längst gearbeitet wird.

 

 

Merken

Merken

Merken



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*