KRITIK

Perlmutterfarbe, Die

Perlmutterfarbe, Die Kleine Lüge, große Wirkung: Der Siebtklässler Alexander (Markus Krojer) führt nicht wirklich Böses im Schilde, als er seinem Klassenkameraden Maulwurf die leuchtend weiße Farbe stibitzt, die dieser nach einem Geheimrezept zusammengemixt und mit der er im Kunstunterricht für Staunen unter den Jungs gesorgt hat. Und es liegt auch bloß an Alexanders Tollpatschigkeit, dass sich die Perlmutterfarbe, wie sie genannt wird, ausgerechnet über ein wertvolles Buch mit Illustrationen von Naturvölkern ergießt, das er sich von einem Kameraden aus der Nachbarklasse geborgt hat.

Davon darf wiederum dessen Vater nichts merken, dem das Buch gehört. Schon ist der Schlamassel da. Doch anstatt sich zu offenbaren, schweigt Alexander. Und macht sich damit erpressbar durch einen neuen, älteren Mitschüler, der die Situation für seine Zwecke zu nutzen versteht und eine Pogromstimmung anheizt, die sich gegen die „Bs“ richtet, die Parallelklasse.

Markus H. Rosenmüller, bekannt geworden als neuer deutscher Heimatfilmer unter anderem mit der Komödie „Wer früher stirbt ist länger tot“, erzählt hier eine Geschichte aus den frühen 30er Jahren nach einem Roman von Anna Maria Jokl. Einmal mehr beweist er dabei ein gutes Gespür für einen ruppig-erdigen Tonfall, einmal mehr überzeugt seine Arbeit mit jungen Schauspielern.

„Die Perlmutterfarbe“ formuliert eine klare Botschaft – den von Jokl übernommenen Leitsatz „Es lebe die Wahrheit“ – und entwickelt unaufdringlich die politische Dimension der Ereignisse. Viel überzeugender und unterhaltsamer als der pädagogische Weichspüler „Die Welle“ warnt Rosenmüller vor Mitläufertum und Feigheit.



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INHALT

Der 13-jährige Alexander geht in die A-Klasse einer Realschule. Er ist beliebt, und sein bester Freund ist Maulwurf. In Lotte ist er ein bisschen verliebt. Als der Zufall ihm Maulwurfs neueste Erfindung, die Perlmutterfarbe, in die Hände spielt, gerät sein Leben etwas aus den Fugen. Wegen einer Lüge wird er erpressbar und ein neuer Mitschüler führt die ganze Klasse in eine ungute Richtung.
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