KRITIK

perfekte Verbrechen, Das

perfekte Verbrechen, Das Anthony Hopkins zählt zu jenen Königsklasse-Schauspielern, die immer mal wieder mit dem eigenen Überdruss kokettieren und Souveränität in Lustlosigkeit kippen lassen. In diesem Gerichts-Thriller von Regisseur Gregory Hoblit aber scheint Hopkins, der gern grantelt, er könne seinen Hannibal Lecter auch bis zur Rente geben, Vergnügen an der Arbeit zu empfinden. Er spielt, mit minimalistischer Finesse, den angesehenen, gut situierten Ingenieur und Ehemann Ted Crawford, der seine Frau Jennifer (Embeth Davidtz) der Untreue überführt und daraufhin mit vorgehaltener Pistole zur Rede stellt.

Nicht viel später ist er des versuchten Mordes aus Leidenschaft angeklagt, was insofern fehl geht, als dieser Ted mit geradezu Capote-hafter Kaltblütigkeit gesegnet scheint. Der junge Staatsanwalt Willy Beachum, dem Ryan Gosling („Stay“) den Furor des blasierten Selfmade-Ehrgeizlings verleiht, glaubt zwar, kurzen Prozess machen zu können. Doch hat Ted Crawford noch nicht einmal begonnen, seine Verteidigungstrümpfe auszuspielen und den Staatsanwalt seinerseits an die Grenze der Legalität zu treiben. Mit allen Mitteln versucht dieser Beachum, Crawfords Freilassung zu verhindern.

Hoblit, dessen brillantes Verwirrspiel „Zwielicht“ mit Richard Gere und Edward Norton für einige Furore sorgte, ist klug genug, sich nicht selbst zu kopieren und bloß eine Neuauflage des undurchsichtig gewobenen, wendungsreichen Katz-und-Maus-Duells unter Justitias wankender Waagschale zu liefern. Das geht zwar auf Kosten eines auftrumpfenden Schluss-Clous. Aber auch „Das perfekte Verbrechen“ ist klug genug konstruiert, um bis zum Ende die Spannung zu halten. Nicht zuletzt, weil Hopkins mit seinem Pokerface die Frage offen lässt, was eigentlich die wahre Strafe für diesen Mann wäre.



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INHALT

Ein junger Bezirksstaatsanwalt versucht einen pedantischen Ingenieur des Mordes zu überführen. War er tatsächlich der Täter und hat den vermeintlich perfekten Mord an seiner Frau begangen, oder steckt noch viel mehr dahinter? Ein perfides Katz-und-Maus-Spiel beginnt.
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Eure Kritiken zu perfekte Verbrechen, Das

  1. Manni

    Mäßiger Thriller. Nur durchschnittlich spannend trotz eines überzeugenden Anthony Hopkins.

  2. Kasimir

    Ein solider gemachter Thriller. Anthony Hopkins überzeugt, Ryan Gosling, ansonsten ein guter Schauspieler, kann da nicht ganz mithalten- dennoch sehenwert.

  3. Udo

    Nur ein durchschnittlicher Thriller. Das Alter des Drehbuchs ist in jeder Szene erkennbar. Die Leistung von Hopkins ist „Business as usual“ und die von Gosling ist guter Durchschnitt. Alles in allem ein durchschnittlicher Film.

  4. Fiska

    Spannend bis zum Ende!

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