KRITIK

Per Anhalter durch die Galaxis

Per Anhalter durch die Galaxis
Es hat sich ja erstaunlich lange das Gerücht gehalten, der Mensch sei die intelligenteste Spezies auf der Erde. Erst Ende der 1970er Jahre erklärte uns ein britischer Autor namens Douglas Adams das Leben, das Universum und den ganzen Rest. In seiner Kosmos-Enzyklopädie „Per Anhalter durch die Galaxis“, zunächst als Hörspiel für BBC Radio entstanden und später zur Romanserie ausgeweitet, erfährt man beispielsweise, dass die Delfine dem Homo Sapiens an Köpfchen sprungturmhoch überlegen sind. Sie versuchen gar, den Menschen vor der drohenden Zerstörung seines Heimatplaneten zu warnen, was aber als Pirouetten-Spiel missinterpretiert wird, ebenso, wie niemand den Abschiedsgruß der Flipper versteht: Macht´s gut und danke für den Fisch.

Douglas Adams´ genialische Nonsense-Fiction erzählt von irdischen Losern und depressiven Androiden, von allerlei schleimigen Kreaturen und von Weltraum-Reisenden, die sich vorgenommen haben, jedes Lebewesen im Universum einmal zu beleidigen, von überlebensnotwenigen Handtüchern und einem Getränk, das sich „pangalaktischer Donnergurgler“ nennt. Seine Fantasie war der eines Philip K. Dick oder Isaac Asimov ebenbürtig, bloß besaß der vor einigen Jahren verstorbene Adams außerdem noch Humor. Jenen klischeegerecht britischen, ironisch-sarkastischen Monty-Python- bis Nick-Hornby-Humor, den Deutsche nicht hinbekommen, nicht mal Dieter Bohlen.

Im Mittelpunkt der Anhalter-Saga steht Arthur Dent, hier gespielt von Martin Freeman, der ein geborener Pechvogel ist. Einer, der sich überall den Kopf stößt und selbst den sichersten Flirt so lahm vermasselt, dass die begehrte Trillian (Zooey Dechanel) den nächstbesten Lackaffen vorzieht, bloß weil der mit seinem schnellen Raumschiff prahlt. Es kommt aber noch etwas dicker, denn Außerirdische verkünden den verblüfften Menschen, dass ihre Erde leider einer Hyperraum-Umgehungsstraße im Weg steht und gesprengt werden muss. Glücklicherweise entpuppt sich Arthurs bester Freund Ford Prefect (Mos Def) ebenfalls als Alien und nimmt ihn mit auf einen All-Trip, der sich gewaschen hat.

Es gab ja bereits eine recht charmante Fernseh-Adaption der Anhalter-Bücher. Und es braucht wohl kein Douglas-Adams-Fan diese nette, tricktechnisch anachronistische Verfilmung von Garth Jennings, weil der Witz des Meisters sich in den Romanen nach wie vor am besten entfaltet. Aber angesichts von schwarzen Leinwandlöchern wie „Star Wars“ ist der Film trotzdem ein Vergnügen.



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INHALT

Arthur Dent hat einen miesen Tag. Sein Haus wird abgerissen, um den Weg für eine neue Expressroute frei zu machen, er erfährt, dass sein bester Freund von einem fremden Planeten stammt, und das Mädchen seiner Träume ist mit einem kompletten Idioten zusammen. All das bedeutet freilich nicht das Ende der Welt – wenigstens nicht in den nächsten zwölf Minuten. Aber es stellt sich heraus (dank seines besten Freundes, des Außerirdischen), dass das Ende der Welt erst der Anfang ist…
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Eure Kritiken zu Per Anhalter durch die Galaxis

  1. Bartleby

    Als großer Verehrer der Adams´ Romane war ich vom Film etwas enttäuscht. Bestechen die Bücher vor allem durch die humorvollen Zwiegespräche, bietet der Film nur kurze Dialoge und Weichspüler-Romantik. Schade!

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