KRITIK

Passengers

Bild (c) Sony Pictures Releasing.

Bild (c) Sony Pictures Releasing.

Irgendwann in der fernen Zukunft. Die Avalon, ein luxuriöses Raumschiff mit 258 Crewmitgliedern und 5000 Passagieren an Bord, kehrt der Welt den Rücken auf dem Weg in eine neue Zivilisation. Unter den Passagieren im Hyperschlaf ist auch der Mechaniker Jim Preston, der durch einen Systemfehler 90 Jahre zu früh erwacht. Kann man mit einer solchen Bürde leben, alleine? Oder reißt man jemanden mit in sein Leid?

„Passengers“ des norwegischen Regisseurs Morten Tyldum liefert eine interessane Idee eines großen Abenteuers, das zu Anfang mit tollen Bildern umgesetzt wird – beeindruckende Settings, interessante Visionen modernener Technik, das Gefühl der Leere in den Weiten des Alls, das Ringen mit einer mehr als schweren Entscheidung – soll Jim die bildschöne Aurora aufwecken, in die er sich verliebt hat, ohne sie zu kennen – und ihr damit quasi das restliche Leben nehmen? Trotz der Schwere der Thematik bleibt auch der Humor nicht auf der Strecke.

szene_passengersDie Story von John Spaiths („Prometheus„, „Dr. Strange“) hat das Zeug zu einem tiefergreifenden Drama – der menschliche Egoismus, der das eigene Verlangen über die Selbstlosigkeit stellt, die zweisame Einsamkeit … wie werden beide damit umgehen? Wie sehen 90 Jahre allein zu zweit aus? Der europäische Filmemacher Tyldum folgt jedoch den Konventionen Hollywoods und verwandelt „Passengers“ risikoscheu in einen kammerspielartigen Genrefilm, der ab der zweiten Hälfte ins Vorhersehbare abdriftet. Auroras berechtigter Hass auf Jim währt nicht lange, eine waghalsige Rettungsaktionen besiegelt die ewige Liebe.

Zwar geben Chris Pratt und Jennifer Lawrence ein nettes, glaubhaftes Pärchen ab, aber während Pratt gerade am Anfang ein sehr überzeugendes Spiel liefert, wurde Lawrence leider nicht mehr zugestanden als in vielen Szenen eine gute Figur zu machen. Beide Darsteller lösen in der erwarteten Rollenverteilung das Problem und schweben ins endlose Glück. Lediglich das Ende liefert dann doch noch die erwartete Poesie und Nostalgie. „Passengers“ hat durchaus Unterhaltungswert für einen entspannten Kinoabend, nutzt aber sein Potenzial zu wenig. Zu dünn, zu wenig variantenreich ist seine Geschichte.

 

Kritikerspiegel Passengers



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Sophie Barwich
moviepilot, mehrfilm
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
4.5/10 ★★★★½☆☆☆☆☆ 


Weitere Kritiken zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem monatlichen Kritikerspiegel.

 

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