KRITIK

Paris Paris – Monsieur Pigoil auf dem Weg z Glück

Paris Paris - Monsieur Pigoil auf dem Weg z Glück Vier Jahre hat sich Christophe Barratier Zeit gelassen für den Nachfolger zu seinem oscarnominierten Erfolgsfilm „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Trotzdem können wir sicher sein, dass er sein Publikum findet: Wieder weht der nostalgische Wind der Vergangenheit durch die Szenen, wieder wird gesungen, und auch viele der Schauspieler sind wieder mit dabei, allen voran „Monsieur Mathieu“ Gérard Jugnot, der hier einen Theaterbeleuchter spielt, und Kad Merad, der unlängst mit den „Sch`tis“ zu Popularität gelangte.

Und weil der deutsche Verleih aus diesem Ensemblefilm namens „Faubourg 36“ zur besseren Wiedererkennbarkeit erneut einen „Monsieur“-Film gemacht hat und obendrein noch, wie aus jedem zweiten französischen Film, einen „Paris“-Film, werden die frankophilen Kinogänger schon strömen. Aber ist er auch gelungen?

1936 spielt der Film, unter der kurzlebigen sozialistischen Blum-Regierung. Kommunistische Gewerkschafter rufen zum Streik auf, der Faschismus lockt die Massen. Vor diesem Hintergrund vollzieht sich Fall und Wiederaufstieg eines kleinen Varieté im Arbeiterviertel Faubourg, und die kleinen wie großen Dramen aus dem Leben der Künstler und Techniker fächert Barratier parallel auf.

Zuerst macht das Theater pleite, Pigoils (Jugnot) Frau geht, sein Sohn wird ihm vom Jugendamt genommen, er säuft. Ein Mafioso (toll: Bernard-Pierre Donnadieu) erpresst eine junge Sängerin, der talentlose Komiker Jacky (Merad) wird aus Frust zum Hofnarren der Faschisten. Das Theater wird besetzt und auch fast wieder erfolgreich, dann aber geht die schöne Sängerin, und erst, als sie zurückkommt und ein alter Komponist (Pierre Richard, heute 74), wird fast alles wieder gut.

Es gibt noch viel mehr Handlungsstränge, und nicht alles passt da auch zusammen: Schmonzette, Chanson-Komödie, zeitgeschichtliches Drama, am Ende eine Räuberpistole. Unterhaltsam ist das ohne Frage, doch eines fehlt dieser routinierten Produktion: ein echtes emotionales Zentrum.



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INHALT

Mitte der Dreißiger Jahre. Ein Arbeiterviertel in Paris. Als die Sozialisten ihren Wahlsieg feiern, ist den drei Freunden Pigoil, Milou und Jacky keineswegs zum Jubeln zumute. Haben sie doch erst kürzlich ihren Job verloren, weil das Vaudeville-Theater "Chansonia" die Pforten schließen musste. Bevor das Sozialamt anklopft, besetzen die drei das Gebäude, um mit einem Musical-Hit die Finanzen zu glätten. Leider sind sie künstlerisch ziemlich unfähig. Doch da steht plötzlich die junge Sängerin Douc vor der Tür.
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Eure Kritiken zu Paris Paris – Monsieur Pigoil auf dem Weg z Glück

  1. Frankophil

    Ein herausragender Film mit einer grandiosen Musik und einzigartigen Darstellern. Ein typische französischer Film mit allen Vor– und auch Nachteilen. Aber in jedem Fall sehenswert.

  2. Conny

    Ein wunderbarer Film. Eine schöne Geschichte, tolle Lieder, bestes franz. Kino. Unbedingt reingehen!

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