KRITIK

Orphan – Das Waisenkind

Orphan - Das Waisenkind Obacht vor dem Kinde! Was wäre das Horrorfilm-Genre ohne fiese Teufelskids? Auch im neuen Film des Spaniers Jaume Collet-Serra („Goal 2“) sind es wieder einmal nur die Zuschauer, die angesichts der Lieblichkeit der kleinen Esther gleich zu Beginn ahnen, dass sich hinter der hübschen, artigen Fassade des kleinen Waisenmädchens nur blanker Wahnsinn verbergen kann. Die Familie im Film ist, natürlich, ahnungslos.

Architekt John Coleman (immer gut: Peter Sarsgaard aus „Elegy“) lebt mit Gattin Kate (Vera Farmiga, die ihre Rolle aus „Joshua“ in Teilen wiederholt) in einem schicken Haus im Walde. Zwei wohl geratene Kinder haben sie schon, doch hinter ihrer Erfolgsfassade verbirgt sich ein dysfunktionaler Familienabgrund aus Alkoholismus, Ehe-Überdruss und Abtreibung.

In dieses fragile Beziehungsgeflecht bricht mit der vermeintlich braven neunjährigen Adoptivtochter Esther, einer angeblich elternlosen Lettin, das Grauen ein. Was Kate zuerst, dann die Kinder, aber erst ganz zum Schluss der Papa merkt: Die Kleine will den Vater ganz für sich – und geht dabei über diverse Leichen.

Jaume Collet-Serra ist eine überraschend spannende Familientragödie gelungen, die dem psychologischen Schrecken (weitgehend) Vorrang vor brutalem Splatter gibt, über deren kurioses Ende man natürlich streiten darf und von der man hofft, dass die tolle, kleine Esther-Darstellerin Isabelle Fuhrman sie so schnell nicht ansehen darf. Es würde sie verstören.



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INHALT

Kate und John wollen ein Mädchen adoptieren nachdem das dritte Kind des Paares totgeboren wurde. Sie nehmen die neunjährige, sehr höfliche Esther zu sich, die von sich behauptet, "anders" zu sein als andere Kinder. Als die Chefin von Esthers Waisenhaus stirbt, beginnt ein Verdacht in Kate zu keimen, wie anders Esther wirklich ist.
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Eure Kritiken zu Orphan – Das Waisenkind

  1. Manni

    Ein klug aufgbauter, nervenaufreibener Psychothriller, hervorragend besetzt und ein Muss für jeden Gruselfilmfreund. Hat mich positiv überrascht.

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