KRITIK

Original Sin

Original Sin Der französische Film „La Sirène du Mississippi“ von 1969 diente „Original Sin“ als Vorlage. Basierend auf der Romanvorlage „Walzer in der Dunkelheit“ verfilmte Francois Truffaut seinen zweiten Cornell Woolrich Roman. Jean Paul Belmondo und Catherine Deneuve brillierten als Ehepaar ohne Vorgeschichte. Endlich hatte der französische Regisseur den passenden Stoff gefunden, um in Manier seines großen Vorbildes Alfred Hitchcock einen Plot zu verfilmen, der dem Master of Suspence das Wasser reichen konnte. Auch dieser hatte bereits mit „Das Fenster zum Hof“ (1954) eine Woolrich-Vorlage verfilmt. Dass die Thematik, das Spannungsverhältnis zwischen Verlangen und Macht, Sexualität und Identität, moderner denn je ist, will nun Michael Cristofer mit seinem Remake zeigen. Maßgebend war für ihn nach dem grandiosen Zusammenspiel zwischen Belmondo-Deneuve vor allem die Besetzung. Durch die Zusammenarbeit mit Angelina Jolie in seinem Fernsehfilm „Gia – Preis der Schönheit“ (1998) war die frisch gekürte Oscar-Preisträgerin erste Wahl. Als gehörnter Ehemann überrascht Latin-Lover Antonio Banderas. Ihm und dem gewohnt facettenreichen Schauspiel Jolies ist es zu verdanken, dass der Film nicht in die Rubrik „Remake, dass man schnell vergessen sollte“ zugeordnet werden darf. Ansonsten hat der Film nur wenig zu bieten. Die „noir-Atmosphäre“ des Plots hat Cristofer nicht umsetzen können. Das Verlangen wirkt unglaubwürdig und schwülstig. Die Sex-Szenen werden Bildband-ähnlich abgehandelt. Es will einfach kein Reiz, kein Suspence aufkommen. Dem Zuschauer werden einige Fährten gelegt, doch ihm bleibt viel Zeit über das Gesehene nachzudenken. Dadurch entsteht eine Distanz, die der Atmosphäre keineswegs förderlich ist. Auch der letzte Rest von Anteilnahme wird durch den mitleidigen Off-Kommentar von Angelina Jolie, die „ihre“ Geschichte aus einer Gefängniszelle heraus erzählt, zerstört. Nette Verpackung, wenig Inhalt. Christian Gertz



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INHALT

Kuba, Ende des 20. Jahrhunderts. Der wohlhabende Plantagenbesitzer Luis Vargas sucht eine Frau, um seine gesellschaftliche Stellung zu verbessern. An die große Liebe glaubt er schon lange nicht mehr. In einer Zeitung gibt er ein Inserat auf, auf das sich die Amerikanerin Julia Russel meldet. Sie korrespondieren miteinander und verloben sich, ohne sich je gesehen zu haben. Als er Julia schließlich am Hafen endlich gegenüber steht, ist sie eine völlig andere Person, als er erwartet hat: Sie ist viel schöner als die Frau auf den Fotos, die sie ihm zugeschickt hatte. Bereits auf den ersten Blick verfällt er ihr. Aus dem Blind Date wird eine echte Liebesehe, doch während er versucht, ihr Herz zu erobern, sorgt die geheimnisvolle Schönheit dafür, dass sein Leben völlig aus den Fugen gerät. Als eines Tages Privatdetektiv Walter Downs auftaucht und vorgibt, die echte Julia Russel zu suchen, verschwindet Julia spurlos und mit ihr das gesamte Vermögen von Luis.
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Eure Kritiken zu Original Sin

  1. Eliza

    Zu schön, um wahr zu sein…… so hätte Luis Antonio Vargas alias Antonio Banderas besser
    auf das Erscheinen seiner geheimnisvollen Braut reagieren müssen.
    Aber er verfällt der schönen Fremden und lässt sich in ihren Bann
    ziehen. Man kann Antonio verstehen, denn Angelina Jolie zeigt
    sich wieder einmal von ihrer ansehnlichsten Seite. Ansonsten
    kommt leider während der sehr undurchsichtigen Story das
    Verständnis für die Protagonisten zu kurz und Langeweile auf.
    Trotzdem ein interessanter Film, der durch ein überraschendes
    Ende gewinnt.

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