KRITIK

Omen, Das

Omen, Das Das Datum war einfach zu verführerisch. „Wenn wir am 06.06.06 keinen Film mit dem Teufel ins Kino bringen“, wurde Regisseur und Produzent John Moore zitiert, „dann verpassen wir eine große Chance“. Doch Drehbuchschreiber in Hollywood lieferten bisher für das Kinojahr nur sehr wenige gute und vor allem originelle Ideen. Der Griff in den großen Fundus der Filmgeschichte schien die einzige Lösung. Gesagt, getan. Nun ist das Filmjahr 2006 um ein Remake reicher, denn ein passender Film war schnell zur Hand. Der Kultfilm „The Omen“ aus dem Jahre 1976 wird hier wieder aufgewärmt und mit aktuellen Ereignissen verknüpft. John Moore, der bereits für das Remale des Filmes „Der Flug des Phoenix“ im Regiestuhl saß, kleidete den 30 Jahre alten Kultstreifen „Das Omen“ von Richard Donner in ein neues Gewand.

Zu Beginn des Films werden aktuelle Katastrophen auf Bibelzitate gemünzt, um die Prophezeiung des Anti-Christen in die aktuelle Weltgeschichte zu integrieren. Im Nachhinein wirken diese wegbereitenden Szenen absolut überflüssig und sogar ein wenig ärgerlich. Im weiteren wird Richard Donners „Omen“ von 1976, der auch schon kein wirklich eleganter Film war, nahezu 1:1 kopiert. Recht vordergründig setzt nun das Remake ebenso mit einer simplen Geschichte auf vordergründigen Schock, der Effekt ist Trumpf – und der Plot gar haargenau derselbe wie einst bei Richard Donner.

Bleibt so nur der Blick auf die Leistungen der Darsteller: Wie zu Hochzeiten des anspruchsvolleren Horror-Kinos in den 70ern üblich, hat nun auch John Moore in seinem Film ausdrucksstrake Darsteller statt kreischende Teenies mit knappen Dekolletees besetzt. Allen voran Liev Schreiber, der gerade sowohl als Schauspieler (Der Manchurian Kandidat) als auch als Regisseur (Alles ist erleuchtet) auf dem Höhepunkt seiner Karriere steht. Er gibt den pragmatischen Politiker mit einer unerbittlichen Kälte, die er für eine Hollywood-Produktion konsequent durchzieht. Julia Stiles liefert als verängstigte Ehefrau die einzig schwache Performance des Films ab, was aber auch zum Teil daran liegt, dass ihre Rolle sehr egoistisch und unsympathisch angelegt ist. Ein großer Coup ist den Casting-Agenten allerdings in den Nebenrollen geglückt: Mia Farrow gibt als Kindermädchen aus der Hölle nun ironischerweise genau den Gegenpart zu ihrem Auftritt in „Rosemaries Baby“, wo sie selbst unter teuflischem Nachwuchs zu leiden hatte. Und die Hauptfigur? Die wird von einem plastik-hübschen Jungtalent verkörpert, der ab und an angestrengt düster gucken kann. Oder darf. Oder muss. Weil ihm die Eltern zum Ausgleich für den Namen „Seamus Davey-Fitzpatrick“ eine Schauspielkarriere jenseits der Frühstücksflockenwerbung versprochen haben.

Ob Remakes von ohnehin leicht kruden Horrorklassikern sinnvoll sind oder nicht, darüber kann man streiten. Eines kann man im Fall von The Omen jedoch ganz bestimmt nicht: den Film wirklich ernst nehmen.



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INHALT

Der US-Diplomat Robert Thorne ist ratlos. Seine geliebte Frau Katherine gebiert in Rom ein Kind, dass jedoch kurz nach der Geburt stirbt. Nur wenig später bekommt er von einem Priester im Krankenhaus ein anderes Kind angeboten, dessen Mutter angeblich gestorben ist. Der Diplomat willigt ein und präsentiert seiner unwissenden Frau stolz das neue Kind. Jahre später muss er erfahren, dass mit dem Bengel Damien etwas nicht stimmt. Denn während sich die Zeichen des Unheils – unter anderem in Form einer seltenen Kometenkonstellation – häufen, stellt sich heraus, dass der Damien offenbar des Teufels ist.

Im Alter von fünf hat sich seine teuflische Energie voll entfaltet und die Todesfälle erreichen die familiäre Umgebung der Thorns, als sich Damiens Kindermädchen vor den Augen aller vom Dach stürzt. Doch es bedarf noch zweier weitere Unfälle bis Robert dem wirren Geschwafel des Priesters Vater Brennan Gehör schenkt und sich mit dem Fotografen Jennings auf die Suche nach einem Anti-Antichrist-Mittel macht.
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Eure Kritiken zu Omen, Das

  1. Stefan

    Der Film ist nicht schlecht, aber auch kein Meisterwerk. Als Kenner des Originals ist das Remake gelungen. Vor allem der Hauptdarsteller kann überzeugen.

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