KRITIK

Olympus has fallen

United States of America doesn’t negotiate with terrorists.“  „Who said anything about negotiating?“ – Nein, es ist keine schöne Sache, wenn das amerikanische Blockbuster-Kino hin- und wieder zweckentfremdet wird, damit das aktuelle, global-politische Geschehen entsprechend SCHWARZ-WEIß illustriert werden kann. Die US-Amerikaner sind seit der Ära Bush durch und durch gut und die Nordkoreaner sind hassenswerte Halunken, die nichts anderes als den Tod verdient haben. Und was ist mit den einfachen Menschen, die von Regimes wie dem in Korea unterdrückt werden, sich vielleicht gar nicht in diese zu simple Inszenierungs-Kategorie einordnen / dem Schurken-Muster generell zuordnen lassen wollen?

In Hollywoods Blockbuster „Olympus has fallen“ existiert im Hinblick auf diese Frage entweder gar nichts Logisches oder nur die typische Realitäten-Verklärung. Aber genau davon möchte uns Regisseur Antoine Fuqua in seinem 2013er US-Actionfilm „Olympus has fallen – Die Welt in Gefahr“ überzeugen. Eine patriotische Figur wie beispielsweise „Superman“ würde erstklassig in ein solches Szenario passen. Und Spaß bei den dann folgenden Aufräumaktionen haben.

Wer solch zur Schau gestellten Subtext wie in „Olympus has fallen“ liefert bzw. als Realität verkauft oder das Kino für solch eine Etablierung der eigenen flachen zwischenmenschlich-politischen Ansichten wie Regisseur Antoine Fuqua nutzt, muss sich natürlich der Frage stellen, warum er das macht? Und darauf gibt es keine nachvollziehbare Antwort. Letzten Endes wird dem Kinopublikum dann doch nur die brachialste aller Methoden bzw. Lösungen präsentiert, um in haarsträubend propagandistischer Manier den Weltfrieden zu sichern: Und zwar in Gestalt von Gerard Butler als Charisma-freien „John-McClane“-Verschnitt namens Special Agent John Banning.

Welcher sich in „Olympus has fallen“ schon von Beginn an (blutend) in den unmöglichsten Nahkampfsituationen und Kugelhagelgefechten beweisen muss, um seine Widersacher zu bezwingen. Der einem förmlich ins Gesicht springende „Holzhammer-Patriotismus“ von Regisseur Antoine Fuqua wäre im Hinblick auf die Inszenierung auch irgendwie noch zu verkraften, würde er sich nicht permanent-ideenlos im Nachstellen einer Vielzahl von seit den 90er Jahren bekannten, brachialen „Die-Hard“ Actionsequenzen üben.

Ebensowenig darf man im auf den Betrachter einstürzendem Actiongewitter mit Überraschungen / geistreichen Wendungen rechnen. Dazu serviere man: dümmlich agierende Figuren, welche sich wie Morgan Freeman in seiner Rolle als Speaker Trumbull lieber dem persönlichem Kaffeekränzchen widmen, als wirklich zu wissen, wie man als (der der Realität sehr stark nahekommender) US-Krisenstab eine Krisensituation professionell entschärft. Und es dem Publikum im Rahmen des möglichen so entsprechend glaubwürdig aufzeigt.

Ebenso darf man sich fragen, wie leicht das Weiße Haus im Falle eines wirklichen Angriffs einzunehmen wäre, wie es in „Olympus has fallen“ dargestellt wird. Dazu verkörpere man einen US-Präsidenten, der so leicht ein paar Atom-Abschuss-Codes aus der Hand gibt, wie es George W. Bush und Barrack Obama nie bewerkstelligen würden. Wie die Erzählung in „Olympus has fallen“ endet, weiß man ebenso bereits nach knapp der Hälfte der Laufzeit.

Und am Ende muss natürlich die amerikanische Flagge hochgefahren werden, damit die Menschen ihr Glauben in ihr einstiges Symbol wieder entdecken. Das Problem ist nur: es wird in „Olympus has fallen“ niemals konkret erörtert, warum die Bevölkerung der eigenen Politik lange Zeit misstraut hatte.

Und eher weniger Interesse an dem am Ende mit breiter, stolzer Brust vorgetragenem Nationalstolz hatte (ihre Flagge also nicht bis dato nicht gehisst hatte). Alles in „Olympus has fallen“ endet lediglich in einem SCHWARZ-WEIßEN Denkprozess. Und daher scheitert Antoine Fuquas Blockbuster „Olympus has fallen“ als Zeitgeist-Parabel. Ebensowenig vermag er trotz einiger Spannung wenigstens als geistloses Action-Trash-Schützen-Fest am Ende zu überzeugen. Denn Rick Yune bleibt als nordkoreanischer Gegenspieler Kang genau wie der restliche Cast recht blass…

„Olympus has fallen“ offenbart sich mit samt seiner kompromisslos-zynisch-reaktionären Gangart als einer der Reinfälle / Trittbrettfilme der Blockbuster-Saison 2013. Schwaches Blockbuster-Kino, das man lieber ganz schnell wieder vergessen sollte. Gott schütze Amerika…

 



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Mike Banning (Gerard Butler) ist einer der besten Agenten des amerikanischen Secret Service. Als er eines Abends zusammen mit dem Präsidenten Benjamin Asher (Aaron Eckhart) und der First Lady Margaret (Asley Judd) in einem Auto unterwegs ist, kommt es zu einem tragischen Unfall. Banning muss blitzschnell handeln: Er entscheidet sich für die Rettung des Präsidenten und opfert somit dessen Frau. Obwohl ihm von allen Seiten bestätigt wird, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, fällt er in Ungnade und bekommt einen Posten hinter dem Schreibtisch verpasst. Als die USA sich eines Tages ganz plötzlich von einer Gruppe nordkoreanischer Terroristen überrannt sieht, denen es in all dem Chaos gelingt, den Präsidenten in ihre Gewalt zu bringen, sieht Banning die Chance gekommen, seinen Fehler von einst wieder auszubügeln und das Land mit seinem heldenhaften Einsatz vor der Zerstörung zu retten.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*