KRITIK

Old Dogs

Old Dogs Robin Williams hat schon bessere Zeiten gesehen. Der Star-Tragikomiker von einst („König der Fischer“) tingelt heute die meiste Zeit durch Talkshows oder dreht entweder seriöse Independent-Filme, die kaum einer sehen will, oder Klamotten wie diese, die kaum einer sehen sollte (sonderlich viele werden es nicht sein).

Immerhin: Mit John Travolta hat man ihn noch nie gemeinsam vor der Kamera gesehen, zumindest das hat Neuigkeitswert. Auch eine Zusammenarbeit mit dem jungen Regisseur Walt Becker hat es noch nicht gegeben. Für seinen Partner John Travolta hingegen ist es bereits der zweite Filme mit Becker, er stand schon für die Biker-Posse „Born to be Wild“ vor Beckers Kamera. Auch das ist kein Ruhmesblatt. Für das neue Projekt lotste der Scientologe Travolta immerhin auch Ehefrau Kelly Preston und Tochter Ella Bleu für tragende Rollen auf die Gehaltsliste. Clever.

Bricht man diese Komödie auf ihr Grundgerüst zurück, handelt es sich bei „Old Dogs“ um eine Buddy-Komödie, die man mit „Kindergarten-Daddy“-Elementen verquirlt hat: Dan (Williams) und Charlie (Travolta), zwei Männer über 50, leben als überzeugte Singles in einer WG, betreiben gemeinsam eine gut laufende Marketingagentur, aber dann, als gerade ein wichtiger Deal ansteht, holt sie die Vergangenheit ein: Umweltschützerin Vicki (Preston), mit der Dan mal eine Eintagsehe samt One-Night-Stand verband, muss kurzfristig in den Knast und deponiert zwei siebenjährige Zwillinge bei Dan und Charlie: gänzlich unerwartete Früchte der damaligen Express-Leidenschaft.

Was folgt, ist nie neu, selten originell und nur in Ausnahmen witzig. Es wird beeindruckend doof über Minderheiten gewitzelt, und der ohne irgendeinen Unterlass vorangewuchtete Slapstick-Humor wirkt abgestandener und gezwungener als schlechtestes Vorstadtkabarett. Ein Hund spielt übrigens auch mit. All das ist heute Disney abseits der Trickfilmsparte. Und Robin Williams? Er grimassiert so routiniert durch die Gegend, dass man seine Gedanken förmlich erahnt: Es ist nur ein Brotjob! Holt mich hier raus!



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INHALT

Dan und Charlie, beide Mitte 50, sind seit Kindertagen die besten Freunde und in der gemeinsamen Marketingagentur auch beruflich verschweißt. Gerade als ein wichtiger Deal mit japanischen Geschäftspartnern in die heiße Phase geht, erfährt der zurückhaltende Dan, dass er vor sieben Jahren Zwillinge zeugte, die er nun zwei Wochen lang betreuen soll. Aus neu entflammter Liebe zu deren Mutter, aber ohne Kinderkompetenz lässt sich Dan auf den Deal ein, der den anderen gefährdet, ihm aber eine neue Welt erschließt.
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