KRITIK

Ocean´s Twelve

Ocean´s Twelve Steven Soderbergh steckt in einem typischen Genie-Dilemma. Eigentlich kann er Hollywood nicht ausstehen, aber um zu überleben, muss er das Mainstream-Monster, das er mit Kunstflops wie „Voll frontal“ bekämpft, gelegentlich füttern. Zusammen mit seinem Freund George Clooney unterhält der zweifelsohne hochbegabte Regisseur die unprofitable Produktionsfirma „Section Eight“, die nun dringend mal wieder einen Hit benötigt. Es würde also nicht verwundern, wenn diese Fortsetzung seines coolen Rat-Pack-Remakes „Ocean’s Eleven“ nichts als ein pflichtschuldig nachgedrehtes Bilanzausputzer-Projekt mit Starpower-Versilberung wäre – im Dutzend sicherer. Ist aber zum Glück nicht so.

Danny Ocean (George Clooney) und seine Spießgesellen haben, wir erinnern uns, den Casinobesitzer Terry Benedict um ein hübsches Sümmchen erleichtert. Leider ist Benedict äußerst nachtragend und spürt nicht nur den smarten Gangleader Danny und dessen Frau Tess (Julia Roberts) auf, sondern auch den Rest der Panzerknacker-Truppe. Er will sein Geld mit Zinsen zurück. Ehrliche Arbeit kommt da nicht in Frage. In Amerika ist den Meisterdieben indes der Boden zu heiß, weshalb sie nach Europa jetten und sich im Wettstreit mit einer französischen Langfinger-Legende (Vincent Cassel) um ein sagenhaft wertvolles Fabergé-Ei bemühen.

Soderbergh hat also das bewährte Las-Vegas-Team versammelt, das so elegant die Nachfolge von Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. antrat, und um die schöne Catherine Zeta-Jones ergänzt, die nun Brad Pitts Freundin bei Europol spielt. Der eigentliche Coup ist diesmal zwar etwas taschenspielertrickreich geraten, doch der selbstironische, fast schon unverschämt gelassene Auftritt der Gentlemen-Liga und ihrer weiblichen Sidekicks erheitert wiederum. Auch Soderberghs Lieblingshobby, die sanfte Dekonstruktion des Star-Mythos, wird gepflegt: Julia Roberts gibt sich da etwa in ihrer Tess-Rolle als Julia Roberts aus und begegnet prompt Bruce Willis in der Hotellobby. Eine Sorte Insider-Witz, die sich nur ein Regisseur leisten kann, der um seinen Wunderkind-Ruf in Hollywood weiß.



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INHALT

Casino-Boss Benedict sinnt auf Rache und schickt den Meisterdieben um Danny Ocean einen europäischen Supergauner an den Hals. Der verwickelt die zum Dutzend aufgestockte Bande in einen bizarren Wettstreit. Nach einer Zusammenkunft in Chicago geht es unter anderem nach Amsterdam, Rom und Paris, um nationale Kunst- und Schmuckschätze aus bestens bewachten Asservaten wie dem Louvre zu stibitzen. Dabei ist ihnen eine attraktive Europol-Agentin dichter auf den Fersen, als man denkt...
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Eure Kritiken zu Ocean´s Twelve

  1. Udo

    Charme und ChuzpeDer Film ist sicherlich kein Meisterwerk. Er zeichnet sich aber deutlich von den vielen Riffifi-Thrillern ab, die nur den Einbruch als stilzetzendes Spannungsmoment bieten können. Hier geht es vielmehr noch um Freundschaft, Treue und um Spaß und Spannungen in einer großen Gruppe. Für mich ein gelungener Film.

  2. RoteZora

    Hallo, nette Seite hier.. ZUm Film: Oceans Twelve ist ein netter Unterhaltungsfilm für den Abend oder den späten Sonntagnachmittag. Und was muss ein Kinofilm mehr leiseten? OK, er muss intelligent unterhalten. Dafür sorgt Soderbergh. Dann sollte Story, Musik und Schnitt stimmen. Dafür sorgt Soderbergh. Schließlich sollten die Schauspieler überzeugen. Dafür sorgen Pitt, Clooney, Roberts und Co.. Was will man also mehr.?

  3. Kinopapst

    Guter FilmSteven Soderbergh kann es besser, aber der Film bietet alles, was man sich von einem unterhaltsamen Kinoabend wünscht. Auch wenn die Unterhaltung nicht lange währt und auf dem Nach-Hause-Weg schon wieder Normalität einkehrt.

  4. Franzferdinant

    najaMan hat sich was besseres erhofft durch den vorgänger und die Schauspieler insgesamt entäuschend man wartet die ganze Zeit eigentlich bloß bis es aus ist!

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