KRITIK

Ocean´s Thirteen

Ocean´s Thirteen Glaubt wirklich jemand, dass Reichtum nicht glücklich macht? Möchte irgendwer behaupten, dass Stars wie George Clooney oder Brad Pitt kein cooles Leben führen, in der Feudalvilla am Comer See mit schönen Frauen und Hausschwein, respektive an der Seite von sexy Angelina Jolie in exotischen Ländern? Nein, die Jungs sind einfach nur zu beneiden.

Clooney und Pitt spielen in einer Liga, in der sie es sich sogar leisten können, ihr Sonnyboy-Star-Image zusammen mit ihrem glaubhaften Weltverbesserungs-Engagement zu verwitzeln – für die Rettung Darfurs kämpft der eine, unter Unicef-Flagge reist der andere. In Steven Soderberghs zweitem „Ocean´s“-Sequel gibt es eine Szene, in der Clooney und Pitt sich im Hotelzimmer die gutmenschelnde „Oprah Winfrey“-Show ansehen, eine besonders rührende Folge, und voreinander ihre Tränen zu verbergen versuchen. Und am Ende wird Gentleman-Ganove Danny Ocean seinem Kumpel Rusty den Rat geben: „Du solltest dich zur Ruhe setzen und ein paar Kinder haben.“

Da lacht der Gala-Leser, und es passt sehr gut zu den Interview-Auftritten der „Ocean´s“-Crew in Cannes, wo sich auch Matt Damon und Don Cheadle nicht lumpen ließen, Hollywood-Stars zu spielen, die mit dem ganzen Showgeschäft nur augenzwinkernd Schlitten fahren. Das Problem nur: Diese megalässige Independent-Attitüde nervt allmählich.

Wenn die Ironisierung der Pose auch wieder Pose wird, kann man´s irgendwann nicht mehr sehen. Steven Soderbergh hat ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass die „Ocean´s“-Reihe bloß der Geldbringer für ambitioniertere Projekte seiner Produktionsfirma ist. Es wird also vermutlich noch eine Reihe Fortsetzungen geben. Aber mit der dritten Folge ist die Serie an einem toten Punkt angelangt. Wie der von Elliott Gould gespielte alte Gauner Reuben, der in Las Vegas von einem Casino-Mogul namens Willie Bank (neu im Bunde: Al Pacino) derart übers Ohr gehauen wird, dass er von einem Herzinfarkt niedergestreckt wird. Danny Ocean, ganz Ehrenmann, trommelt daraufhin die alte Panzerknacker-Gang zusammen und inszeniert einen Rachefeldzug gegen Bank, der nicht nur dessen Casino-Bank sprengen, sondern gleich seinen Fünf-Sterne-Ruf als großer Zampano des Glücksspiels zertrümmern soll.

Keine Frage, Soderbergh inszeniert das mit routinierter Eleganz, „Ocean´s 13“ ist so unterhaltsam, dass man auch gerne die 1000 Kindergarten-Gimmicks schluckt, die nötig sind, um den großen Coup raffiniert erscheinen zu lassen – bis hin zu Zauber-Pheromonen, die Banks rechte Hand Abigail (Ellen Barkin) lüstern in die falschen Gauner-Arme sinken lassen. Aber am Ende ist der Film eben tatsächlich nicht mehr als das: ein großer Bluff.



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INHALT

Danny Ocean und seine getreuen Spießgesellen kommen nicht zur Ruhe. Erneut versammelt der Meisterdieb seine Bande um sich, weil es darum geht, einem der Ihren zu Hilfe zu eilen: In Las Vegas wurde der gewiefte Reuben Tishkoff von Willy Bank, einem rücksichtslosen Casino-Besitzer, beim Bau von dessen neuestem Spielpalast hintergangen. Also legen es Danny und Co. darauf an, sämtliche Spieltische Banks an ein und demselben Abend auszunehmen.
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Eure Kritiken zu Ocean´s Thirteen

  1. Udo

    Ein überraschend guter dritter Teil. Das Tempo wurde merklich heruntergefahren, Soderbergh wird wieder etwas `tricky-ger`. Will heißen, dass er sich diesmal auf den auszuführenden Plan konzentriert. Dass die Beteiligten sichtlich Spaß am Schauspiel hatten, muss man wohl nicht erwähnen. Und Al Pacino setzt dem relaxten Schauspielebsemble noch das Sahnetüpfelchen auf. Sehenswert!

  2. Sodawasser

    Auch wenn eine taffe Frauenrolle fehlte, die den Hemdenträgern das Wasser hätte reichen können: Dieser Film überzeugt, weil er cool ist, weil er smart ist, weil er flüssig inszeniert ist und weil die Musik mal wieder erste Sahne ist. Ein guter dritter Teil in diesem „Dritte-Teile-Jahr“.

  3. LEMMATT

    Bei einigen Filmen ist der dritte Aufguss überlegt und passend. Aber hier verfehlt er einfach die Wirkung und man stellt unweigerlich fest das die 2. Fortsezung auch überflüssig war. Das sich sehr gute darsteller dazu hinreißen liesen entzieht mir der Logik. Ich finde es Traurig das man auf solche Art Filme zu machen, setzt. Ich kann nur sagen, Schade!

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