KRITIK

Ocean´s Eleven

Ocean´s Eleven Dieser Soderbergh-Riffifi-Thriller ist keine gänzlich neu klingende Geschichte. Tatsächlich wurde sie 1960 schon einmal verfilmt, damals mit Frank Sinatra in der Gala-Rolle des Glücksspiel-Gauners, was den deutschen Verleih zu dem nicht eben hochtrabenden Titel „Frankie und seine Spießgesellen“ inspirierte. Bekanntlich genießen „The Voice“ und sein trinkfestes Rat-Pack derzeit eine Renaissance, wobei sich Pop-Idol Robbie Williams an die Spitze dieser Bewegung geschwungen hat und im frischgebügelten Anzug Lieder wie „Ain`t that a Kick in the Head“ nachahmt. Was keinesfalls die Neuauflage der Story vom räuberischen Dutzend rechtfertigt, die im Œuvre von Frankie-Boy auch eher unter „ferner liefen“ rangiert.

Veredelt wird die Wiederverfilmung allein durch zwei Umstände: Zum einen heißt der Regisseur Steven Soderbergh, der spätestens seit seines „Oscar“-trächtigen Doppelerfolges mit der Sozial-Fabel „Erin Brockovich“ und dem Drogen-Thriller „Traffic“ in Hollywood als enfant profitable gilt. Und zum anderen wurde unter George Clooneys augenzwinkernder Führung ein Star-Ensemble versammelt, dessen Pro-Film-Einkommen zusammengenommen locker das Bruttosozialprodukt Mexikos übersteigt.

Als „Ocean`s Eleven“ agieren hier etwa Brad Pitt, der den edelgewandeten, ständig futternden Karten-Trickser Rusty gibt, Matt Damon, der verschmitzt die Nachwuchs-Fraktion im Gewerbe verkörpert, zudem der herrlich finstere Andy Garcia als sinistrer Casino-Besitzer und die Dauer-Schönheit Julia Roberts als dessen neue Gespielin und Dannys ehemalige Frau.

Soderbergh, der sich früher gern in kopflastige Projekte wie „Kafka“ verstieg, wollte nach eigenem Bekunden einen puren Unterhaltungsfilm realisieren. Diesem Anspruch wird er vollends gerecht. Zwar sind die hightechgesicherten Schleichwege, die zur Millionen-Beute führen, bisweilen nur schwer nachvollziehbar. Das Vergnügen an diesem frisch und amüsant erzählten Bad-Boy-Movie wird dadurch jedoch nicht geschmälert. Und wie alle guten Rififi-Filme voller sympathischer Outlaws weckt auch „Ocean`s Eleven“ beim Betrachter die Lust auf einen großen Coup. Oder zumindest danach, einmal bei Rot über die Ampel zu fahren.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Danny Ocean zählt zu jenen vor Charisma strotzenden Gentlemen-Gangstern alter Kino-Schule, denen man, grinsen sie nur spitzbübisch genug, selbst einen Mord als Kavaliersdelikt durchgehen lassen würde.
Dieser notorisch whiskyumflorte Dandy mit der fatalen Neigung zum Diebstahl, der nach einer mehrjährigen Haftstrafe das Gefängnis im salopp sitzenden Smoking verlässt wie andere eine Cocktail-Party am frühen Morgen, denkt dementsprechend nicht daran, nun etwa den Langweiler-Weg des legal geregelten Broterwerbs zu beschreiten, sondern plant, kaum dass die Knasttüren hinter ihm zugeschlagen sind, den nächsten Groß-Coup. Gemäß der ehernen Gesetze des klassischen Kriminal-Märchens soll dieser Beutezug ihn ein für allemal sanieren, weswegen sich Ocean vorgenommen hat, gleich drei Las-Vegas-Casinos auf einen Streich abzuzocken. Unterstützt von einer elfköpfigen Bande namhafter Betrüger und Bauernfänger.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Ocean´s Eleven

  1. nico

    coolness durch perfektionich habe mich gefragt, wo um herrgottswillen sich die zuhauf beschrieene coolness in „ocean’s eleven“ offenbarte, die ,ebenso von diesen schreienden, „whisky und zigarre“ á la rat pack wieder salonfähig macht. mehr als dies habe ich im vorfeld auch nicht über den film gelesen (oder aus angst vor spoilern auch nicht lesen wollen,zumal ich das original nicht kenne). nachher wurde mir bewusst, daß die eigentliche whisky-plus-zigarren-eleganz allein auf der rififi-esken gaunerstory beruht. tresor-,diamanten- oder bankräuberfilme stehen und fallen einfach mit der perfektion des vorhabens an sich. ganz einfache geschichte, jeder hat sowas schon mehrfach gesehen. und trotzdem machen solche filme einfach spaß! wobei man immer wieder merkt, daß die planung der übeltat den größten reiz eines solchen filmchens ausmacht. die durchführung gerät immer wieder zur nebensache, da man a)meist viel zu langsam mitdenken kann um alles genau nachzuvollziehen und b) eh weiß, daß hier sowieso alles funktionieren wird. somit ist es meiner meinung nach nicht nötig, das drehbuch auseinanderzunehmen und nach besonderen kniffen zu suchen. bei derartig vorausschaubarem verlauf achtet man (neben dem genuß der den liebhaber von gaunerfilmen begleitet) auf die inszenierung und darstellungskunst der „stars“, die ja hier in mengen über die leinwand laufen. und beide aspekte sind für mich klasse umgesetzt worden. ich hätte es zwar bei soderbergh und dieser schauspielerriege nicht anders erwartet aber die bestätigung dieser ahnungen ist doch auch was schönes 😉

    ein film, der zwar nur irgendwo eingereiht wird in die gaunerfilm-liga, aber in der remake-liga seh ich ihn recht weit oben.

  2. Ralf

    Nette UnterhaltungJa, da kamen sie alle nach und nach, hatten dieses Grienen im Gesicht und mal ehrlich, am griente mit, labte sich am coolen, zurückhaltenden Schauspiel und konnte sich entspannen wie in einer warmen Badewanne. Rings herum eine coole, familiäre Atmosphäre und nebenbei ein kleiner Einbruch. War doch wirkklich nett.

  3. Cineast

    Ocean´s Eleven ist ein guter Film..weil er einfach handwerklich gut gemacht ist. Es ist bei leibe kein Meisterwerk, trägt aber eindeutig die Handschrift Steven Soderberghs (Out of Sight, Traffic).

    Die begleitende 60er Jahre Musik und bewussten Tempiwechsel zeigen dies deutlich. Die Starriege spult ihr ansehbares Koennen voll aus und kann so dem sonst eher durchschnittlichen

    Film zu einer netten Unterhaltung machen.

  4. Eliza

    WowGeorge Clooney entwickelt sich immer mehr zum Cary Grant des 21. Jahrhunderts – der Mann hat einfach Stil. Gepaart mit Brad Pitt und einer unterhaltsamen Story kann man diesen Film nur jedem ans cineastische Herz legen!

  5. bioscoop

    Netter KinoabendOcean´s eleven beschert dem Zuschauer unbeschwerte, amüsante und leichte Kinokost. Es macht Spaß, den Film zu verfolgen, der dem Anspruch zu unterhalten vollends gerecht wird. Schöne Menschen, tolle Musik, guter Schnitt mit einigen Finessen machen richtig Spaß. Wer mal wieder einen gemütlichen, unterhaltsamen Abend im Kino verbringen möchte, ist bei Ocean´s Eleven genau richtig.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*