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Mrz 2013
08
„No!“ von Pablo Larraín

Marketing gilt vielen als sogenannte „Bullshit“-Branche, die die Wahrheit verschleiert und Krempel schmackhaft macht, den niemand braucht. Manchmal aber kann Werbung sogar Diktatoren stürzen: So 1988, als eine Werbekampagne die Abwahl des chilenischen Machthabers Pinochet beförderte. Der Generalissimo hatte zuvor eine Volksbefragung über seine Zukunft anberaumt und in deren Vorfeld auch den zerstrittenen Oppositionsgruppen TV-Werbezeit zugestanden – im Gefühl, der sichere Sieger zu sein. Doch für die Opposition setzte der hippe Werber René Saavedra (Gael García Bernal) auf Videoclips, die, statt mit den Junta-Gräueln abzurechnen, lieber auf positive Stimmung und ein schlichtes „No!“ setzten: Die Taktik ging auf.

Regisseur Pablo Larraín zeigt das Geschehen im VHS-Look der 1980er und verzichtet auf Helden-Pathos: Am Ende bewirbt der „Mad Man“ Saavedra wieder den gleichen Krempel wie zuvor. Nur eben jetzt in einer Demokratie. „No!“ war für den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert. Gegen Hanekes „Liebe“ hatte er keine Chance. In jedem anderen Jahr hätte er sie gehabt. Sehenswert.

  



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