KRITIK

Nix wie raus aus Orange County

Nix wie raus aus Orange County Die Kinder berühmter Eltern sind selten zu beneiden, schließlich scheitern viele bei dem Versuch, sich vom Schatten der übermächtigen Vorbilder zu lösen, was grandiose Gossenkarrieren und kostspielige Aufenthalte in Entzugskliniken zur Folge hat. Selbstverständlich aber sichert ein klangvoller Name in der näheren Verwandtschaft auch ein hohes Maß an Vorschuss-Wohlwollen, zumal, wenn der Nachwuchs sich für dieselbe Berufsbranche wie Vater oder Mutter entscheidet.
Im Falle dieser skurrilen, im Original schlicht „Orange County“ betitelten College-Komödie sind gleich drei Showbiz-Sprösslinge maßgeblich beteiligt: die Hauptrollen spielen Colin Hanks, Sohn des zweifachen Oscar-Gewinners Tom, sowie Schuyler Fisk, Tochter der großartigen Sissy Spacek, Regie führte der 26-jährige Jake Kasdan, dessen Vater Lawrence solch famose Filme wie „Grand Canyon“ und „Silverado“ inszeniert hat. Damit sich aber die Pepsi-Generation bei ihren Sockelsturz-Bemühungen nicht zu einsam fühlt, stehen auch arrivierte Kollegen vor der Kamera, darunter Lily Tomlin, Harold Ramis, Chavy Chase und John Lithgow. Keine schlechte Besetzung für eine Independent-Produktion im Strandspaß-Milieu, die sich zum Glück vom Gros der Betthupferl-Banalitäten abhebt.
Regisseur Kasdan und sein Drehbuchautor Mike White beschwören hier mit scharfsichtigem Witz die Orientierungslosigkeit des Heranwachsens. Nicht immer sicher im Timing und gelegentlich gefühlsduselig, insgesamt jedoch frisch und unbefangen. Zu den grotesken Höhepunkten dieser durchweg gut gespielten Coming-of-Age-Farce zählt jene Szene, in der Shaun Besuch von Stanfords Fördervereins-Vorsitzendem erhält („Pretty Woman“-Regisseur Garry Marshall) und die peinliche Sippschaft ihn nach allen Regeln der Kunst blamiert. Vor seiner Herkunft aber kann nun mal niemand davonlaufen. Patrick Wildermann



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INHALT

Der junge Held Shaun Brumder entdeckt eines Tages, dass ihm das Leben mehr als Surfen und Kiffen zu bieten haben könnte und beschließt, Schriftsteller zu werden. Er bewirbt sich in Stanford, wo sein literarisches Idol Skinner lehrt, vor allem aber zieht es ihn fort aus dem Schoß der kalifornischen Orangen-Provinz und seiner kranken Familie. Die Mutter ist eine Weindrossel, ihr neuer Mann vergreist im Rollstuhl, und Bruder Lance vegetiert dauerbedröhnt auf der Couch. Doch aufgrund eines vertauschten Testergebnisses wird Shaun die Aufnahme verweigert, worüber sich lediglich Freundin Ashley freut.
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Eure Kritiken zu Nix wie raus aus Orange County

  1. Bioscoop

    Lustig…Ein Film, der erst auf dem Nachhause-Weg so richtig wirkt. Colin Hanks spielt wie der Vater sehr cool aber durchaus wirksam und auffälig. Er benötigt nicht so viel Ausdruck, wie beispielsweise Jack Black, der aber auch überzeugt. Insgesamt sehr unterhaltsam…

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