KRITIK

Nicht auflegen!

Nicht auflegen! Stu Shepard (überzeugend: Colin Farrell) ist ein Meister des Universums, ein gelackter PR-Profi im italienischen Designeranzug, der stets zwei Mobiltelefone gleichzeitig am Ohr und einen devoten Assistenten im Schlepptau hat, während er auf rastloser Tour durch die Straßen New Yorks seinen Klienten das Blaue vom Himmel verspricht. Stu behandelt die Menschen respektlos, hält Lügen für die kreativere Sicht der Wahrheit und pflegt den Ehering abzunehmen, wenn er einmal täglich von der letzten verbliebenen Telefonzelle Manhattans aus eine junge Schauspielerin anruft, auf die er scharf ist – seine Frau kontrolliert die Handyrechnung. „Phone Booth“, wie Joel Schumachers Sniper-Thriller im Original heißt, entfesselt trotz des beengten Spielraums durchaus eine mitreißende Dynamik. Beständig umkreist die Kamera den vor Angstschweiß triefenden Colin Farrell („Daredevil“), zusätzlich jazzen Stakkato-Schnitt und Screen-Splitting das von Larry Cohen verfasste Moralstück über eine kleine Nummer auf, die zum Opfer der eigenen Verlogenheit wird. Ein rasantes Vexierspiel via Festnetz, lediglich dadurch getrübt, dass Joel Schumacher („8 mm“) einmal mehr seine Sympathie für Täter nicht verhehlen mag, die sich bewaffnet über das Gesetz stellen.



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INHALT

Stu Shepard, ein New Yorker Presseagent, pflegt sein Image als energiegeladener, smarter Medienjongleur. Wenn er im schicken Designeranzug durch die Straßen Manhattans eilt, kann sein junger Assistent kaum mit ihm Schritt halten. Über zwei Handys gleichzeitig pokert Stu mit Kunden und Redakteuren. Er zieht die Fäden. Er spielt Zeitschriften gegeneinander aus, um die optimale Berichterstattung zu erzwingen, er lügt, er droht, er schmeichelt, er scherzt, und zwischendrin findet er sogar ein paar passende, charmante Worte für seine Ehefrau Kelly.
Ruhe sucht er in der letzten abschließbaren Telefonzelle auf der 53. Straße. Von hier aus ruft er Pamela (Katie Homes) an, eine junge Schauspielerin, mit der er seine Frau betrügt.
Als Stu die Telefonzelle wieder verlassen will, klingelt es. Instinktiv nimmt er den Hörer ab und gerät in eine höllische Falle. Der unbekannte Anrufer ist ein Scharfschütze und Serienkiller. Aus irgendeinem Hochhausfenster hat er sein Präzisionsgewehr auf ihn gerichtet. Er weiß alles über Stu; er will, dass Stu seine Sünden bekennt. Seine Botschaft lautet: Wenn du den Hörer auflegst, bist du ein toter Mann.
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Eure Kritiken zu Nicht auflegen!

  1. marylin

    Zu hochgelobtKlar, die Idee des Films ist mal eine ganz andere. Trotzdem gefällt mir die Message nicht. Hier wird Brutalität mit „Moral“ gerechtfertigt.

    Außerdem ist Colin Farrell nicht so herausragend, wie er überall gelobt wird. Es gibt genug andere Schauspieler, die diese Rolle ebenso gut, wenn nicht besser hätten spielen können.

    Wie auch immer; mich hat dieser Film nicht umgehauen, sondern eher enttäuscht.

  2. deNiro

    Kein Meisterwerk aber sehenswertHallo, coole Seite!! Ich fand den Film nicht schlecht. Er war sogar richtig spannend.. Collin Farell hat meines Erachtens sogar eine sehr gute Leistung abgelegt. Ihm nimmt man die WWandlung vom Medienhai zum Büßer richtig ab, alles in allem ein sehenswerter Thriller…

  3. Tatkraft

    Hitchcock..hätte es fast nicht besser machen können. Die Geschichte fast nahezu über die gesamte Spiellfilmlänge in einer Telefonzelle spielen zu lassen und dabei die Spannung zu halten gebührt Respekt. Collin Farell überzeugt als wandlungsfähiger PR-Profi. Wie er vom smarten Lügner zum weichen Leugner wird ist schon beachtlich. Mir hat der Film gefallen, die Seite hier übrigens auch..;-)

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