KRITIK

Niceland

Niceland Obwohl junge Filmemacher wie Baltasar Kormákur oder Dagur Kári aufholen, gilt Fridrik Thór Fridriksson noch immer als bedeutendster Regisseur Islands. Seinen neuesten Film, den er erstmals weder schrieb noch produzierte, siedelte er jedoch nicht im Land der Geysire an, sondern an einem Märchen-Ort: „Niceland“ ist überall, auch wenn man dort schottisch spricht, und „Niceland“ hat ein süßes Happy End, das Fridriksson den Vorwurf eingehandelt hat, er erzähle bloß eine naive Erbauungsfabel. Doch obwohl es hier, wie in manch treuherziger Schnulze, Behinderte sind, die das Herz am rechten Fleck haben, während die vermeintlich „Normalen“ sozial gelähmt vor der Glotze einrosten, ist „Niceland“ keineswegs kitschig, sondern überzeugend allegorisch.

Das liegt vor allem an den durchweg herausragenden Darstellern. Martin Compston („Sweet Sixteen“) spielt den geistig zurückgebliebenen Jungen Jed, der seiner lebensbedrohlich deprimierten Freundin Chloe neue Zuversicht bescheren will – indem er den „Sinn des Lebens“ findet. Die Lösung sucht er ausgerechnet beim demoralisierten Schrotthändler Max (Gary Lewis). Compstons offener Blick, seine Neugier aufs Leben, die zu keiner Sekunde aufgesetzt wirkt, ist das größte Wunder in diesem Film, mit dem Fridriksson seine „Außenseiter-Trilogie nach „Children of Nature“ und „Engel des Universums“ rundum gelungen ins Finale führt. Sehenswert.



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INHALT

Jed und Chloe, beide geistig behindert, beide verliebt, wollen heiraten. Aus Freude über Chloes Zusage reizt Jed ihre innig geliebte Katze, die deshalb von einem Auto überfahren wird. Chloe verliert allen Lebensmut, ihr Haustier war einziger Zweck ihrer Existenz. Fortan fragt Jed jeden nach dem Sinn des Daseins, um Chloe aus ihrem autistischen, schließlich komatösen Zustand zu befreien.
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