KRITIK

New York für Anfänger

New York für Anfänger Sidney Young arbeitet für ein Londoner Magazin, das sich „Post Modern Review“ nennt und der Prominenz mit den Mitteln des Dekonstruktivismus zu Leibe rückt. Entsprechend verdient er nichts und bekommt keine Berühmtheiten zu Gesicht. Zumindest eingeladen wird er nirgends. Auf Celebrity-Partys muss er sich den Eintritt erschummeln, indem er in Begleitung eines Ferkels erscheint und behauptet, den Hauptdarsteller aus „Ein Schweinchen namens Babe 3“ bei sich zu haben.

Eines Tages aber erreicht den integren Young ein Lockruf aus New York. Clayton Harding (Jeff Bridges), Chefredakteur der Hochglanz-Promi-Postille „Sharps“, offeriert dem verdutzten Nobody einen Job bei seinem Magazin. Sidney lässt sich nicht lange bitten, muss aber bald feststellen, dass erstens sein gewöhnungsbedürftiger britischer Humor in Amerika nicht ankommt, und dass zweitens die Nähe zu den Stars bei „Sharps“ einen hohen Preis hat – nämlich, nach der Pfeife mächtiger PR-Agentinnen tanzen und blasierte Newcomer ohne Talent hofieren zu müssen.

Die Geschichte, die Debütant Robert B. Weide hier mit dem britischen Komiker Simon Pegg in der Hauptrolle inszeniert, basiert auf dem Schlüsselroman „How to Lose Friends & Alienate People“ von Toby Young, der darin seine Erfahrungen bei der amerikanischen „Vanity Fair“ verarbeitet hat. Doch obwohl Pegg als Englishman in New York recht witzig ist, wenn das Buch im nicht gerade die derbe Sorte Körperkomik abverlangt, bleibt die Verfilmung dieser Satire auf die Schickeria- und Stiefellecker-Welt letztlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Statt die Berühmtheits-Blase zu verhöhnen, statt über die unseligen Verbandelungen zwischen Publizisten und PR-Agenten zu spotten – was absolut angebracht wäre –, lässt Regisseur Weide seine Geschichte in eine konventionelle Romanze zwischen Sidney und Arbeitskollegin Alison (Kirsten Dunst) münden. Schade drum.



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INHALT

Der akademisch gebildete Celebrity-Autor Sidney wähnt sich im Paradies, als ihn das New Yorker Hochglanzblatt "Sharps" anstellt. Mit Hooligan-Manieren eckt der Brite in der arroganten Szene kräftig an und verschreckt seine Umwelt mit sozialer Inkompetenz. Nur Kollegin Alison duldet den chaotischen Neuzugang. Dann passt er sich an, heuchelt und trivialisiert sich, womit er eine steile Karriere startet - aber Alison aus den Augen verliert.
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