KRITIK

Naokos Lächeln

Filmplakat Naokos LaechelnNaoko und Toru lieben sich. Aber eine Chance haben sie nicht: Das ist schnell klar in Tran Anh Hungs „Naokos Lächeln“. Und die Melancholie unerfüllter Sehnsucht bleibt dem Film erhalten. Wie der vietnamesische Regisseur dabei die Sechziger heraufbeschwört, ist purer Ästhetizismus: jedes Bild ein Gemälde, leidende schöne Menschen, dezente Musikuntermalung von „Radiohead“-Gitarrist Jonny Greenwood, alles hart am Geschmäcklerischen. „Ich wollte die Kamera fliegen lassen“ verrät der Regisseur im Presseheft zum Film, „sie soll die Leichtigkeit der Emotionen spiegeln“. Das klingt nach Gefühls- und Feel-Good-Kitsch. Doch die Verfilmung des berühmten Romans des japanischen Kult-Autors Haruki Murakami berührt trotzdem, denn Tran („Der Duft der grünen Papaya“) konzentriert sich ganz auf die Liebesgeschichte seiner Protagonisten. Das Zeitbild der Studentenunruhen, die 1968 auch in Tokio tobten, liefert er nur nebenbei.

Student Toru Watanabe erinnert sich an die schüchterne Naoko, die nach dem Selbstmord ihres gemeinsamen Jugendfreundes depressiv wird, sich Toru erst annähert, dann aber in ein Zauberberg-Sanatorium zurückzieht, während Toru einem anderen Mädchen begegnet. Als die taffe Midori in sein Leben tritt, ein im Gegensatz zu Naoko offenes und temperamentvolles Mädchen, und damit all das, was Naoko niemals sein kann, muss sich Watanabe zwischen seiner Vergangenheit und seiner Zukunft entscheiden. Manche Zuschauer dürfte die Oberflächenschönheit von Trans Atmosphärenmalerei auf Abstand halten, andere mögen sich hineinstürzen in diese trübnistrunkene Erzählung von Liebe und Entsagung. Schöne Bilder liefert das „Norwegische Holz“, wie der Originaltitel des Films „Noruwei no mori“ übersetzt heißt, allemal.



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INHALT

Tokio in den späten 60er Jahren: Während sich auf der ganzen Welt die Studenten versammeln, um das Establishment zu stürzen, gerät auch das private Leben von Toru Watanabe in Aufruhr. Mit seiner ersten Liebe Naoko verbindet ihn eine innige Seelenverwandtschaft, doch ihre Beziehung ist belastet durch den tragischen Selbstmord ihres gemeinsamen Freundes Kizuki. Als Midori in sein Leben tritt, ein offenes, temperamentvolles und sehr selbstbewusstes Mädchen, und damit all das, was Naoko nicht sein kann, muss sich Watanabe zwischen seiner Vergangenheit und seiner Zukunft entscheiden.
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Eure Kritiken zu Naokos Lächeln

  1. Blubbabläschen

    Der schlechteste Film den ich jemals gesehen habe. Der Film streckt sich über 2 Stunden, alles die mit uns in einem Kino saßen haben sich schon nach 30 Minuten gelangweilt. Es gibt keinen Höhepunkt und keine ersichtliche Handlung. Ich bin mit der Erwartung ins Kino gegangen, einen schönen, emotionalen Film zu sehen, doch dieser Film glich eher einem schlechten pornographischen Film und der Klärung sexueller Probleme. Keines Falls empfehlenswert!

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