KRITIK

Nachts im Museum – Das geheimnisvolle Grabmal

Bild (c) 2014 Twentieth Century Fox.

Bild (c) 2014 Twentieth Century Fox.

Ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich eine einstmals originelle Filmidee ihrem Haltbarkeitsende nähert, ist es, wenn die Macher einmal mehr exakt das Gleiche machen wie zuvor und dabei einfach nur den Handlungsort wechseln. So wie Regisseur Shawn Levy („Sieben verdammt lange Tage“), der sein Erfolgsformat mit fünf Jahren Abstand aus dem New Yorker Museum of Natural History und dem Smithsonian einfach ins riesige British Museum in London verlegt.

Dorthin zieht es den linkischen Nachtwächter Larry Daley (Ben Stiller, „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“), nachdem ihm klar geworden ist, dass die ägyptische Tafel des Ahkmenrah allmählich ihre mysteriöse Kraft verliert: Bald wird sie die Museumsfiguren des Nachts nicht mehr lebendig machen können. Um die Gesellschaft seiner aus den letzten beiden Filmen bekannten Exponate (darunter Owen Wilson als Mini-Cowboy Jedediah und – in seiner letzten Rolle – Robin Williams als Ex-Präsident Teddy Roosevelt) nicht missen zu müssen, will er die Eltern von Ahkmenrah finden – und die befinden sich im Londoner Museumstempel.

Szene_Nachts_Museum_3Das gibt Regisseur Levy die Gelegenheit, die dem treuen Zuschauer schon bekannten Figuren mit ein paar neuen zu mischen, wobei Larry besonders der Tafelritter Lancelot (schön verschlagen: Dan Stevens aus „Ruhet in Frieden“) in die Quere kommt. Ben Kingsley fügt als Ahkmenrahs Pharao-Vater seiner langen Liste an schlecht geschminkten Filmfiguren eine weitere hinzu.

Mehr noch als in den Vorgängerfilmen verschwindet die ja eigentlich charmante Eingangsidee schnell unter einer Flut von Spezialeffekten. Immer neue Schauwerte, immer mehr fantastische Gestalten machen zwar optisch was her, lassen aber kaum Raum zur Entfaltung der okkult angehauchten Geschichte – die schön stimmungsvolle Eröffnungssequenz in Ägypten etwa verpufft schon bald angesichts der meist sehr albernen Sketche um ein Kapuzineräffchen, eine lästige Museumswächterin oder einen wilden Neandertaler (ebenfalls von Stiller gespielt).

Sehenswerte Kurzauftritte (Ricky Gervais als Museumskurator oder der wie Robin Williams nach Drehschluss verstorbene Mickey Rooney) halten immerhin halbwegs bei Laune. Dennoch: Eine vierte Ausgabe muss es wirklich nicht mehr geben.

 




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